Viel Goodwill verspielt

EISHOCKEY ⋅ Nach zwei überzeugenden Siegen gegen Rapperswil-Jona und die GCK Lions verliert Hockey Thurgau ausgerechnet daheim gegen den NLB-Letzten Ticino Rockets 3:7. Zu reden gibt dabei die Goaliewahl.

11. Januar 2017, 06:09
Matthias Hafen
Hockey Thurgau hat ein Flair dafür, Momente zu verpassen. Chancen, die sich die NLB-Mannschaft aus Weinfelden hart erarbeitet hat, publikumswirksam zu vergeben. Mit einem Heimsieg gegen den Tabellenletzten Ticino Rockets hätte Thurgau gestern auf einen Playoff-Platz klettern können – erstmals seit Monaten wieder. Doch die Mannschaft von Trainer Stephan Mair vergab die Möglichkeit, die ihr auf dem Silbertablett serviert wurde.

Gegen das Partnerteam der NLA-Clubs Lugano und Ambri, das bis gestern nur sieben seiner 36 Spiele gewann, setzte es eine 3:7-Niederlage ab. Damit verspielten die Thurgauer nicht nur Goodwill bei ihrem Publikum. Nach den überzeugenden Siegen gegen Rapperswil-Jona und die GCK Lions manövrierten sie sich mit dem schwachen Auftritt im Kampf um den letzten Playoff-Platz vielleicht auch entscheidend ins Abseits. Denn Thurgau muss in diesen Tagen seine direkten Konkurrenten unbedingt bezwingen, will das Team im Schlussspurt der Qualifikation nicht auf Punkte gegen Langenthal, La Chaux-de-Fonds und Rapperswil angewiesen sein.

Schwendener bei seinem ersten Einsatz unsicher
Im Heimspiel gegen die Ticino Rockets aus Biasca lief nichts nach dem Gusto der Thurgauer. Schon nach sechs Minuten und drei Sekunden lagen sie 0:2 in Rückstand – und das nicht einmal unverdient. Sie brachten keinen Schlittschuh vor den anderen und kreierten gegen eine Mannschaft, die in dieser Saison schon zweistellig verloren hat, kaum nennenswerte Torchancen.

Als Zuschauer fragte man sich auch, ob es von Trainer Mair richtig war, in einer der erfolgreichsten Phasen der Mannschaft den Goalie zu wechseln. Gestern kam erstmals der von Rapperswil-Jona ausgeliehene Janick Schwendener zum Einsatz. Der Rückkehrer ersetzt bei den Ostschweizern Sascha Rochow, der an einer Hirnerschütterung leidet. Dass Schwendener gegen Biasca dem zuvor tadellosen Kevin Huber vorgezogen wurde, lässt darauf schliessen, dass man die Ticino Rockets nicht eben als harten Gegner eingestuft hatte. Dabei gewannen die Tessiner zuletzt immer mal wieder Punkte.

Schwendener war an den Gegentreffern zwar nicht direkt schuldig, doch strahlte er mit diversen Aktionen Unsicherheit aus. Immer wieder skandierten die Zuschauer Hubers Namen.

Thurgau bäumt sich viel zu spät auf
Die effizienten Ticino Rockets  erhöhten das Skore im Stile von Routiniers bis Spielmitte kontinuierlich auf 4:0. Beim 3:0 half ein Powerplay, das 4:0 kam aufgrund eines Penaltys zustande, den Patrick Parati verschuldet hatte. Thurgaus Aufbäumen mit Treffern von Adrian Brunner, Tim Wieser und Renato Engler kam viel zu spät und brachte kaum mehr Goodwill zurück.

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