Thurgau schleicht Richtung Playoff

ZITTERSIEG ⋅ Hockey Thurgau verspielt gegen die EVZ Academy einen 2:0-Vorsprung, gewinnt aber dank kühlem Kopf doch noch 6:3. Damit läuft es am NLB-Trennstrich auf einen Zweikampf mit Winterthur hinaus.

17. Januar 2017, 22:52
Matthias Hafen
Kurioser hätte die Partie nicht beginnen können. In der zweiten Minute agierte Thurgau gegen das Farmteam des NLA-Clubs Zug bereits in Unterzahl, da lancierten die Gäste ihren Topskorer Adrian Brunner mit einem Pass durch den Dachhimmel. Brunner fiel der Puck passgenau vor den Stock, doch staunte der Stürmer nicht schlecht, als das Tor vor ihm verwaist war. Zugs Goalie Fabio Haller, in der Saison 2013/14 bei Thurgau als Ersatz von Pascal Caminada im Kader, kurvte seelenruhig Richtung Bande, als hätte er von Brunners Vorstoss in Unterzahl nichts mitbekommen.

Brunner hielt ganz kurz inne, als überlegte er, ob er träume oder tatsächlich das leere Tor vor sich habe. Abgeklärt schob Thurgaus Topskorer den Puck aber ins Gehäuse zum 1:0. Sein Shorthander war der Auftakt zu einem Drittel, in dem Hockey Thurgau alles im Griff hatte und die Gäste hauptsächlich durch schlotternde Knie auffielen. Andri Spillers 2:0, ein herrlicher Hocheckschuss aus dem Lauf heraus, war eine viel zu kleine Ausbeute für eine Mannschaft, die ihren überraschenden 4:3-Auswärtssieg in Olten auf eindrückliche Weise zu bestätigen schien. Doch Thurgau wäre nicht Thurgau, würde es auch dieses Spiel nicht spannender gestalten als nötig.

Im zweiten Drittel jegliche Überzeugung verloren
So drehte der Wind im zweiten Drittel markant. Angekündigt wurde die Wende noch 32 Sekunden vor der ersten Pause, als Yannick Zehnder die bereits vierte Zweiminutenstrafe gegen Thurgau zum 1:2-Anschlusstreffer nutzte. Und nur 40 Sekunden waren nach Wiederanspiel vergangen, da hatten die Zuger die Partie ausgeglichen. Verteidiger Marc Steiner hatte Thurgaus Goalie Janick Schwendener mit einem Schuss über die Fanghand erwischt.

Schwendener stand im ersten und dritten Drittel wie eine Wand im Tor, doch liess er sich im Mittelabschnitt von der allgemeinen Verunsicherung anstecken. Zugs Führungstreffer zum 3:2 durch Zehnder (33.) ging ein Abpraller von Schwendener voraus.

Rechtzeitig aufs letzte Drittel fand Thurgaus Goalie – wie auch seine Teamkollegen – zur Form zurück. Mit ihren Toren brachten Brunner, Eric Arnold und Toms Andersons die budgetierten drei Punkte gegen den Tabellenzehnten doch noch in trockene Tücher. Dies, nachdem Eric Himelfarb im Powerplay gegen Ende des zweiten Drittels den Gleichstand wieder hergestellt hatte.

Am Freitag kommt’s zum grossen Direktvergleich
Damit läuft am Trennstrich alles auf einen Zweikampf zwischen Thurgau und Winterthur hinaus. Thurgau überholte Winterthur mit dem gestrigen Sieg auch nach Verlustpunkten. Und am Freitag um 20 Uhr treffen die beiden Kontrahenten um den letzten Playoff-Platz in der Weinfelder Güttingersreuti aufeinander. Was für eine Affiche!

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