Platz acht verteidigt

NERVENSTARK ⋅ Nach dem 4:0-Auswärtssieg gegen Winterthur kann Hockey Thurgau vom NLB-Playoff träumen. Andreas Küng gelingt im Spiel ein persönliches Zückerchen.
04. Februar 2017, 10:57
Matthias Hafen/Winterthur

Matthias Hafen/Winterthur

So schön und so lange hat Andreas Küng seine Arme seit geraumer Zeit nicht mehr in die Luft gestreckt. Dem Thurgauer Stürmer muss in der siebten Minute bewusst gewesen sein, dass er soeben einen wichtigen Treffer erzielt hat. Nicht nur hat Küng, der Ende Saison zurücktritt, in seinem letzten Derby gegen den Erzfeind Winterthur nochmals getroffen. Sein Tor rollte den Thurgauern auch den Teppich zu einem verdienten und vor allem wichtigen 4:0-Auswärtssieg aus.

Mit diesem Erfolg vergrössert das achtplazierte Thurgau die Differenz zu Verfolger Winterthur auf fünf Punkte. Noch bleibt den Zürchern in den letzten vier Runden Zeit, die Ostschweizer in der Tabelle abzufangen. Schon morgen, mit einem Auswärtssieg gegen die EVZ Academy, könnte Winterthur den Rückstand wieder auf zwei Punkte verringern. Thurgau empfängt gleichentags um 17 Uhr den Tabellenersten Langenthal. Die Oberaargauer würden auch im Playoff-Viertelfinal auf Thurgau warten.

Spillers Traumpass führt zum entscheidenden 2:0

Gegen Winterthur zeigte die Mannschaft von Trainer Stephan Mair eine souveräne Leistung. Zwar schafften es die Gäste nicht, unmittelbar nach Küngs Führungstreffer nachzulegen. Es dauerte bis zur 35. Minute, ehe das 2:0 fiel. Und dieses Tor war letztlich entscheidend. Denn Eric Himelfarb traf just in einer Phase, in der die Thurgauer nur mit Müh und Not dem Druck des Heimteams standhalten konnten. Doch Andri Spiller, für dieses wichtige Spiel wieder von der vierten in die zweite Sturmreihe beordert, sah während des Verteidigens ein Loch im gegnerischen Dispositiv und nutzte dieses aus, um Teamkollege Himelfarb mit einem Pass übers halbe Feld zu lancieren. Der Kanadier hatte anschliessend keine Mühe, den Puck hinter Winterthurs Goalie Remo Oehninger im Tor zu versenken.

Dass vor und nach diesem Treffer kein Ungemach geschah für Hockey Thurgau lag in erster Linie an Goalie Janick Schwendener. Er, der Kevin Huber und Sascha Rochow definitiv aus dem Tor verdrängt hat, stoppte gestern alle Winterthurer Angriffe. Und die hatten es in sich: Etwa als der Kanadier Alex Hutchings kurz vor dem 2:0 alleine auf Schwendener loslief oder als der Thurgauer Goalie in der 46. Minute den Alleingang von Kloten-Leihgabe Luca Homberger zunichte machte. Bis zuletzt blieb Winterthur aufsässig, auch wenn Hombergers Vorstoss so etwas wie das letzte Aufbäumen war.

Winterthur spielt minutenlang ohne Goalie

Im Schlussdrittel ging den Zürchern je länger desto mehr der Schnauf aus, was zu Strafen führte. Eine solche nutzte Eric Arnold in der 54. Minute zum 3:0 aus. Dann kam das Time-out von Winterthurs Trainer Michel Zeiter und eine über vierminütige Phase, in der das Heimteam mit einem zusätzlichen Feldspieler anstelle von Goalie Oehninger agierte. Wie so oft brachte das aber nur dem Gegner etwas. Das leere Tor nutzte der Amerikaner Mike Vaskivuo zum 4:0. Und weil sich mit der Schlusssirene die ganze Anspannung in diesem wichtigen Spiel löste, jubelten am Ende fast alle Thurgauer so ausgelassen wie am Anfang Küng.


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