Mit Vollgas ins Playoff

HOCKEY THURGAU ⋅ Hockey Thurgau verlässt sich nicht auf fremde Hilfe und besiegt Rapperswil-Jona auswärts 7:2. Damit qualifiziert sich der NLB-Club aus Weinfelden zum vierten Mal in Folge fürs Playoff. Neuzuzug Marc Aeschlimann trägt vier Skorerpunkte bei.
10. Februar 2017, 22:58
Matthias Hafen/Rapperswil-Jona
Thurgaus Ansage ist deutlich: Das Playoff kann kommen. Im vorletzten Spiel der NLB-Qualifikation besiegte der Tabellenachte das favorisierte Rapperswil-Jona gleich mit 7:2 – und das auch in dieser Höhe verdient. Damit sicherten sich die Thurgauer definitiv den letzten Platz im Playoff-Viertelfinal. Sie können morgen am letzten Spieltag von Verfolger Winterthur nicht mehr eingeholt werden. Schon am kommenden Freitag geht es los mit der Best-of-7-Serie gegen Qualifikationssieger Langenthal. Ein Punkt hätte Hockey Thurgau gestern Abend gegen Rapperswil-Jona genügt, um sich den Playoff-Platz zu sichern. Angesichts von Winterthurs 2:11-Niederlage in La Chaux-de-Fonds wären die Thurgauer sogar mit einer Niederlage in Rapperswil-Jona noch für das Meisterrennen qualifiziert gewesen. Doch die Mannschaft von Interims-Headcoach Benjamin Winkler wollte sich gar nicht erst auf fremde Hilfe einlassen. Sie nahm das Heft selber in die Hand, wie es Winkler angekündigt hatte. Und wie!

Nur mit einem Ausländer angetreten
Die Thurgauer überfuhren Rapperswil-Jona in den Startminuten regelrecht und führten nach Toren von Mike Vaskivuo, Andri Spiller und Patrick Parati zur ersten Pause vorentscheidend 3:0. Und das, obwohl Trainer Winkler nur auf einen Ausländer zählen konnte. Der Amerikaner Vaskivuo war nach seiner abgesessenen Strafe zwar wieder dabei, dafür musste der Kanadier Eric Himelfarb verletzungsbedingt pausieren.
Das fiel angesichts des superben Auftritts der ganzen Mannschaft aber nicht einmal ins Gewicht. Zumal Neuzuzug Marc Aeschlimann die Mannschaft eindeutig verstärkte. Der Davoser Mittelstürmer, der sich nach einer schweren Verletzung bei Thurgau wieder aufbauen soll, fügte sich hervorragend in die Linie mit Silvan Wyss und Spiller ein. Dreimal bereitete einen Thurgauer Treffer vor, das 7:2 in der letzten Spielminute erzielte er gleich selbst. Rapperswil-Jona schien ob des forschen Auftritts der Thurgauer ziemlich paralysiert. Jedenfalls machten die St. Galler nicht den Eindruck, als wären sie zurzeit in Playoff-Form. Doch war die gestrige Niederlage nur eine Momentaufnahme und vielleicht sogar kalkuliert. Denn die Rapperswiler würden im Playoff-Viertelfinal nur allzu gern dem letztjährigen Finalgegner und Schweizer Meister Ajoie aus dem Weg gehen.

Goalie Schwendener erneut in Hochform
Es war jedoch nicht so, dass die St. Galler nichts für den Sieg getan hätten. Es brauchte einen Janick Schwendener in Hochform, um das Thurgauer Tor über zwei Drittel lang rein zu halten. Und es scheint so, als würde sich der Goalie, der diese Saison bei Rapperswil-Jona nicht mehr erwünscht war zum grossen Playoff-Trumpf für Hockey Thurgau entwickeln.
 
Rapperswil-Jona – Thurgau 2:7 (0:3, 0:1, 2:3)
St. Galler Kantonalbank Arena – 3234 Zuschauer – Sr. Staudenmann/Urban, Fuchs/Stuber.
Tore: 7. Vaskivuo (Arnold, Wollgast) 0:1. 9. Spiller (Nater, Aeschlimann) 0:2. 19. Parati (Arnold, Vaskivuo) 0:3. 39. Spiller (Aeschlimann) 0:4. 43. Vaskivuo (Spiller, Aeschlimann) 0:5. 51. Schmutz (Vogel) 1:5. 57. Arnold (Vaskivuo, Brunner/Ausschlüsse Schmutz, Knelsen) 1:6. 59. (58:23) Knelsen (Mason, Gurtner/Ausschluss Wieser) 2:6. 60. (59:37) Aeschlimann (Spiller, Wollgast) 2:7.
Strafen: 5-mal 2 Minuten gegen Rapperswil-Jona, 8-mal 2 Minuten gegen Thurgau.
Rapperswil-Jona: Melvin Nyffeler; Grossniklaus, Profico; Maier, Sataric; Blatter, Auriemma; Gurtner, Guerra; Hügli, Knelsen, Casutt; McGregor, Aulin, Rizzello; Luka Hoffmann, Mason, Altorfer; Hüsler, Vogel, Schmutz.
Thurgau: Schwendener; Wollgast, Gossweiler; Forrer, Parati; Rampazzo, Nater; Bucher, Seiler; Arnold, Brunner, Vaskivuo; Wyss, Aeschlimann, Spiller; Engler, Küng, Schläpfer; Wieser, Bahar, Rohner.
Bemerkungen: Rapperswil-Jona ohne Frei, Brandi, Zanzi (alle verletzt), Geyer (rekonvaleszent), Studer, Sieber und Bader (alle überzählig). – 41. Lattenschuss Sataric.
 

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