Im Powerplay eine Wucht

EISHOCKEY ⋅ Exploit Erstmals in dieser Saison besiegt Hockey Thurgau den letztjährigen Playoff-Gegner Rapperswil-Jona. Beim 4:0-Heimerfolg spielen Eric Arnold und Adrian Brunner gross auf. Die St.Galler verlieren erstmals zu null.

06. Januar 2017, 22:55
Matthias Hafen
Wann, wenn nicht jetzt. So lautete im Spiel gegen Rapperswil-Jona der Tenor nach zwei Dritteln. So oft war Thurgau in dieser Saison nah an einem Exploit, doch kaum einmal kam er auch zustande. Gegen den Favoriten vom Zürichsee lagen die Thurgauer in dieser Saison schon zweimal 1:0 vorne, einmal gar bis ins Schlussdrittel. Doch wie so oft ging das Team von Trainer Stephan Mair damals als Verlierer vom Eis. Diesmal reichte ein 2:0-Vorsprung nach 40 Minuten.

Ausgehend von einer grandiosen Mannschaftsleistung führte Topskorer Adrian Brunner seine Mannschaft zum ersten Erfolg in dieser Saison gegen Rapperswil-Jona. Zuvor hatte es gegen die St.Galler sieben Niederlagen in Folge abgesetzt, drei davon im letztjährigen Playoff-Viertelfinal.

Brunner zog im Thurgauer Spiel die Fäden und brillierte im Powerplay mit Übersicht. Seine Pässe kamen zielgenau an und vor allem Sturmkollege Eric Arnold wusste sie zu nutzen, so beim 2:0 (14.) und beim 3:0 (43.). Auch der Führungstreffer in der achten Minute kam im Powerplay zustande. Verteidiger Andrea Glauser schloss nach Vorarbeit von Brunner und Arnold von der blauen Linie zum 1:0 ab. Eric Himelfarb hatte vor dem Tor den gegnerischen Goalie Michael Tobler entscheidend gestört.

Thurgau nur mit einem Ausländer in der Aufstellung
Thurgaus Exploit ist umso höher einzustufen, da der Tabellenelfte wie schon beim 2:7 in La Chaux-de-Fonds nur mit einem ausländischen Spieler antrat. Mike Vaskivuo fehlte auch gestern verletzungsbedingt. Weil aber alle am gleichen Strick zogen – das 4:0 erzielte Sin Schläpfer auf Zuspiel von Michael Loosli – gab’s am Ende drei Punkte, mit denen kaum einer gerechnet hatte.

Zwar enttäuschte Rapperswil-Jona zuweilen, doch wurden die Bemühungen der St.Galler von den Thurgauern auch immer wieder im Keim erstickt. Dass der Tabellendritte vom Zürichsee in einer Partie keinen Treffer erzielt, hat es in dieser Saison noch gar nie gegeben. Auch das ist ein Indiz, dass Thurgau von der ersten bis zur letzten Minute alles richtig gemacht hat.

Für Stephan Mairs Equipe  rückt damit der letzte Playoff-Platz wieder in greifbare Nähe. Dies, nachdem die achtplatzierte EVZ Academy tags zuvor mit einem 4:1 gegen die GCK Lions den Vorsprung auf die Ostschweizer auf sieben Punkte vergrössert hatte. Nun aber sind es nur noch vier Zähler Rückstand. Und morgen um 17.30 Uhr gastieren die Thurgauer bei den punktgleichen GCK Lions. Nur ein weiterer Sieg macht jenen von gestern Abend auch wirklich wertvoll.

Thurgau – Rapperswil-Jona 4:0 (2:0, 0:0, 2:0)
Güttingersreuti, Weinfelden – 1082 Zuschauer – Sr. Boverio/Mandioni, Abegglen/Kehrli.
Tore: 8. Glauser (Brunner, Arnold/Ausschluss Hüsler) 1:0. 14. Arnold (Himelfarb, Brunner/Ausschlüsse Schmutz, Maier) 2:0. 43. Arnold (Brunner, Wollgast/Ausschluss Sataric) 3:0. 47. Schläpfer (Loosli, Huber) 4:0.
Strafen: 10mal 2 Minuten gegen Thurgau, 12mal 2 Minuten gegen Rapperswil-Jona.
Thurgau: Huber; Nater, Glauser; Parati, Bucher; Wildhaber, Wollgast; Müller; Arnold, Brunner, Andersons; Spiller, Himelfarb, Engler; Loosli, Küng, Wieser; Schläpfer, Bahar, Wyss.
Rapperswil-Jona: Tobler; Geyer, Blatter; Maier, Sataric; Mason, Profico; Grossniklaus, Guerra; Hoffmann, Aulin, Rizzello; Casutt, Knelsen, Hügli; Sieber, Vogel, Hüsler; Schmutz, Studer, Altorfer.
Bemerkungen: Thurgau ohne Vaskivuo, Rochow, Gossweiler und Rohner (alle verletzt). Rapperswil-Jona ohne Schwendener (keine Informationen), Brandi, Bader, Zanzi, McGregor (alle verletzt), Gurtner und Schaub (beide Wil/1. LIga). – 10. Pfostenschuss Andersons. 26. Lattenschuss Hügli. 56. Pfostenschuss Parati.

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