Das Punktepolster schmilzt

HOCKEY THURGAU ⋅ Beim 2:8 gegen Ajoie zeigt Hockey Thurgau seine Schattenseite. Fünf Runden vor Ende der NLB-Qualifikation beträgt der Vorsprung auf das neuntplatzierte Winterthur noch zwei Zähler.

31. Januar 2017, 23:00
Matthias Hafen/Pruntrut
Acht Punkte lag Hockey Thurgau einst vor dem direkten Verfolger Winterthur. Das war vor zwei Runden. Für den Tabellenachten aus Weinfelden war die Playoff-Qualifikation zum Greifen nah. Eine trügerische Situation. Nun, zwei Thurgauer Niederlagen und zwei Winterthurer Erfolge später, beträgt die Differenz am Trennstrich der NLB-Tabelle nur noch zwei Punkte.

Noch hat Thurgau die Nase vorn. Fünf Runden bleiben zu spielen. Und selbst wenn die beiden Kontrahenten am Ende der Qualifikation punktgleich sein würden, wären die Ostschweizer aufgrund der besseren Bilanz in den Direktvergleichen fürs Playoff qualifiziert. Doch Winterthur hat Trümpfe. Der Tabellenneunte geniesst am Freitag um 20 Uhr im letzten Direktvergleich dieser Saison Heimvorteil. Und die Mannschaft von Trainer Michel Zeiter wird mit dem Selbstvertrauen von zwei Vollerfolgen in Serie aufs Eis gehen. Bei Thurgau hingegen sitzt der Frust nach der gestrigen 2:8-Niederlage tief.

Zwei Frankokanadier eine Klasse für sich
Gegen Ajoie machten die Ostschweizer nicht den Anschein, als seien sie parat für das womöglich alles entscheidende Spiel am Freitag. Oder aber die Spieler von Trainer Stephan Mair hatten den Kopf bereits in Winterthur. Jedenfalls standen sie gegen die Jurassier von Anfang an auf verlorenem Posten. Bereits nach 41 Sekunden, um genau zu sein. Zu diesem Zeitpunkt lagen die Gäste schon 0:1 zurück. Ajoies Ausländerduo Philip-Michael Devos und Jonathan Hazen hatte die Abwehr mit Routinier Patrick Parati und der Davoser Leihgabe Marco Forrer kurz alt aussehen lassen.

Die beiden Frankokanadier fuhren den Thurgauern im ersten Drittel nur so um die Ohren. Sie erzielten alle Treffer zur 3:0-Führung nach etwas mehr als zehn Minuten. Als dann in den Schlusssekunden des ersten Drittels auch noch der letztjährige Thurgauer Léonardo Fuhrer die gegnerische Verteidigung ausspielte, als wäre er ein NHL-Star, und zum 4:0 einschoss, da stand fest, dass für Hockey Thurgau an diesem Abend nichts zu holen war.

Schwendener lässt sich entnervt auswechseln
Selbst ein Goaliewechsel vom entnervten Janick Schwendener zu Kevin Huber nach der ersten Pause brachte keine Besserung. Beide Torhüter waren aufgrund der Leistung ihrer Vorderleute zu bedauern. Während Ajoie mit Tempo, Präzision und Spielwitz bereits das Playoff probte, schlitterten die Thurgauer auf dem Eis umher, kamen praktisch immer einen Schritt zu spät und brachten kaum einen gefährlichen Angriff zustande. Mike Vaskivuos Treffer zum 1:5 in die hohe Ecke, Eric Himelfarbs 2:7 nur 23 Sekunden nach Ajoies 7:1 sowie ein Pfostenschuss von Andri Spiller bildeten die Ausnahme. Am Freitag gegen Winterthur ist eindeutig mehr gefragt, als Mairs Equipe gestern gezeigt hat.
 

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