Zwei- und vierhändiges Benefizkonzert für Kinderprojekt

Eine ehemalige Maturandin der Kanti Wil reiste für ein Volontariat in ein Kinderförderungsprojekt nach Quito. Zurück brachte sie ihre Eindrücke und die Idee für ein Benefizkonzert mit Kantischülern.
29. November 2008, 01:00
Michael Hug

Nach langen Proben war es vorgestern Donnerstagabend so weit: Ein Dutzend Schülerinnen und Schüler mit Musik als Haupt- oder Nebenfach konzertierten vor Publikum. Dabei war die gewählte Aufgabe durchaus nicht einfach. «Sie konnten ihre Stücke selbst aussuchen», sagt Isabel Bösch, Musiklehrerin an der Kanti. Ausgesucht hatten die Konzertanten zumeist Klassisches: «Nocturne in cis-Moll» von Frederic Chopin zum Beispiel, den ersten Satz aus der Sonate «Pathétique» von Ludwig van Beethoven oder den vierhändig gespielten Walzer op. 39/15 von Johannes Brahms.

Des Flügels Vorzüge

Alle Vorträge, bis auf einen, wurden auf dem kostbaren Steinway-Konzertflügel der Kantonsschule gespielt. Damit kamen die Zuhörer zu zweierlei Genuss. Zum einen waren es die ambitioniert interpretierten Stücke, zum andern der wundervolle Klang des Instruments, der zuweilen den Atem stocken liess. Der Flügel und die Solisten bewiesen ihre Stärken nicht nur in den klassischen Stücken, sondern glänzten auch, wenn es modern wurde. «Table for Two», interpretiert von Jonas Süess, war so ein moderner Part oder «Galaxy», gespielt von Maya König.

Bärlocher zum Letzten

Wohl zum letzten Mal wird man den ausserordentlich talentierten Maturanden Severin Bärlocher an diesem Flügel gehört haben. Bärlocher wagte sich einmal mehr an Keith Jarrets «Köln Concert» und spielte daraus das Ende des ersten Teils. Wieder blieb den Zuhörern der Atem im Halse stecken. Bärlochers Empathie war ausserordentlich, bemerkenswert seine ohne Notenvorlage gebotene Performance. Glücklich gewählt war auch die Einbringung des Gitarrenduos mit Stephanie Weder und Anna Koller, die mit drei modernen Gesangsstücken (unter anderem «Fat old Sun» von Pink Floyd) vor Severin Bärlochers Einsatz einen augen- und ohrenfälligen Kontrast setzten.

Das Konzert fand in der Aula der Kantonsschule statt und war als Benefizanlass angelegt. Die freiwillige Kollekte ging an das Kinderförderungsprojekt «Pro Minadores de sueños» («Für Randständige mit Träumen») in Quito, der Hauptstadt im südamerikanischen Ecuador.

Von einem Schweizer geleitet

Das Förderprojekt wird von einem Schweizer und einer Einheimischen geleitet und setzt sich seit 2003 für bessere Lebensbedingungen für Kinder und Jugendliche ein. Die ehemalige Maturandin Angela Suter hat in einem fünfmonatigen Arbeitseinsatz das Projekt kennengelernt und berichtete vorgängig des Konzerts in Wort und Bild davon.


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