Geschäftsführer von Toggenburg Tourismus: "Projekt hätte der Destination gut getan"

ABSTIMMUNG ⋅ Nach dem Nein der Stimmbürgerschaft zum 7-Millionen-Beitrag an das Wildhauser Hotelprojekt äussert sich Christian Gressbach, der Geschäftsführer von Toggenburg Tourismus, zum Resultat.
16. April 2018, 15:51
Ruben Schönenberger
Nur rund 38 Prozent der Stimmbürgerinnen und Stimmbürger haben dem 7-Millionen-Beitrag für das Erlebnishotel in Wildhaus zugestimmt. Die Investorin und die Betreiberkette haben sich zurückgezogen und prüfen andere Standorte. Toggenburg Tourismus hatte sich für den Beitrag ausgesprochen.

Christian Gressbach, wieso hat Toggenburg Tourismus Position bezogen?
Eigentlich kümmern wir uns um das ganze Toggenburg, nicht um den Aufbau einzelner Betriebe. Wir haben diskutiert und kamen zur Ansicht, dass das Erlebnishotel der ganzen Destination und längerfristig allen touristischen Leistungsträgern gut tun würde.

Wie gross ist die Enttäuschung nach dem Nein?
Sehr gross. Ich glaube wirklich, dass hier eine Chance verpasst wurde. Beim Fussball hätte man vermutlich von einem Sechs-Punkte-Spiel gesprochen. Einerseits wird das Projekt nicht hier realisiert und andererseits kommt ein anderer Standort in der Nähe zum Zug. Im Vorfeld wurde über gleich lange Spiesse zwischen den Hoteliers im Toggenburg diskutiert. Vielleicht haben wir uns jetzt aber kürzere Spiesse im Vergleich mit der restlichen Ostschweiz eingehandelt.

Wie kam es zu diesem Resultat?
Die Investitionssumme war sehr gross. Die Skepsis gegenüber einem 7-Millionen-Beitrag kann ich nachvollziehen. Man muss sich aber Gedanken um die Zukunft machen. Das hat das Toggenburg 1969 getan, als hier das vierte Reka-Dorf der Schweiz realisiert wurde. In den 80er- und 90er-Jahren florierte der Tourismus. Der mutige und weitblickende Entscheid hatte sich ausgezahlt.

Wie geht es nun weiter?
Ich sehe es wie Gemeindepräsident Rolf Züllig. Man darf den Kopf jetzt nicht in den Sand stecken. Der Gemeinderat hat der Bevölkerung etwas vorgeschlagen, diese hat nun anders entschieden. Ich glaube aber dennoch, dass auch die Bevölkerung eine touristische Entwicklung will. Deshalb muss sie jetzt auch mitmachen, wenn es darum geht, wie diese aussehen soll.

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