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Tagblatt Online, 25. August 2011 01:08:41

«Hauptsache, es hat Stil»

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Das Neubauprojekt für das Gemeindehaus in Jonschwil blieb an der Orientierungsversammlung umstritten. (Bild: Visualisierung: zVg.)

Am Dienstag konnten bei der öffentlichen Orientierungsveranstaltung über den Ausbau und die Sanierung des Gemeindehauses Jonschwil interessierte Bürger Fragen stellen. Es gab positive und negative Meinungen.

Vivien Steiger

Jonschwil. Aufgrund des kontinuierlichen Wachstums der Gemeinde Jonschwil ist ein Ausbau des Gemeindehauses nach Ansicht des Gemeinderates nötig. Er schlägt die Sanierung des Altbaus sowie die Erstellung eines quaderförmigen Neubaus auf der Ostseite vor. Dadurch sollen die Arbeitsabläufe innerhalb der Gemeindeverwaltung verbessert werden. Für das Projekt wird mit Kosten von 2 980 000 Franken gerechnet. Die Finanzierung ist laut Gemeinderat ohne Steuerfusserhöhung möglich.

«Ein Fremdkörper»

Gemeindepräsident Stefan Frei betonte an der Versammlung, der Gemeinderat wolle den Platzbedarf nicht nur für zwei Jahre abdecken, sondern für zwei Jahrzehnte.

Bei der anschliessenden Diskussion wurde vor allem der Anbau besprochen. Ein Votant sagte dazu: «Der Neubau ist ein Fremdkörper, phantasie- und trostlos. Es sollte für drei Millionen Franken möglich sein, ein Gebäude zu bauen, das besser mit der Umgebung harmoniert.» Die Antwort von Gemeindepräsident Frei war, dass dieser Bau dem heutigen Zeitgeist entspreche und man dies auch sehen dürfe. Architekt Karlpeter Trunz ergänzte: «Man darf es nicht nur sehen, man muss erkennen, dass es ein Bau der modernen Architektur ist.» Eine weitere Stimme meinte: «Beim Raumkonzept habe ich nichts einzuwenden, doch die Fassade könnte man mit mehr Liebe gestalten. Das ganze Gebäude gleicht einer Schuhschachtel, und ich frage mich, ob dies die heutige Architektur ist.» Die Architekten Hansruedi Wirth und Karlpeter Trunz lockerten die Stimmung wieder auf, als sie sagten: «Wir werden ja geradezu überhäuft mit Komplimenten.»

Wettbewerb der Architekten

«Ich frage mich, wieso uns nur ein Projekt zur Abstimmung vorgelegt wird. Wir können nur mit Ja oder Nein antworten. Ein Wettbewerb der Architekten wäre sinnvoller gewesen, so hätte man eine Auswahl gehabt», sagte ein weiterer Bürger. Laut Gemeindepräsident Frei wäre dies jedoch zu teuer gewesen. Ein anderer Votant äusserte sich positiv: «Ich finde das Ganze ein gelungenes Projekt, auch die Dokumentation ist schön. Man darf einen modernen Bau realisieren, renoviert wird ja auch mit den heutigen Mitteln. Meiner Meinung nach dürfte aber die Fassadenfarbe etwas dominanter sein.» Jemand antwortete darauf: «Der Baukörper passt nicht in die Poststrasse. Und der Steuerzahler wird darunter leiden, denn er sieht ihn jeden Tag und ärgert sich. Die Architekten verschwinden danach ja wieder.» Laut Karlpeter Trunz ist dies aber nicht so. Er werde sich jedesmal freuen, wenn er am Gemeindehaus vorbeifahre.

Passend zum Leitbild

Eine Person meinte: «Die Gemeinde ist innovativ und bewegt sich vorwärts. Der Neubau gefällt mir, er passt zu unserem Leitbild.» Für einen anderen Bürger ist das Projekt kein Aushängeschild. Es verhunze die ganze Poststrasse, die zum jetzigen Zeitpunkt noch Dorfcharakter habe. Eine weitere Meinung war, dass man im Falle einer Fusion mit einer anderen Gemeinde ein neues Gemeindehaus habe, welches dann nicht mehr gebraucht werde. Gemeindepräsident Frei antwortete, dass eine Fusion kaum in Frage komme. Zum Schluss sagte eine Person: «Egal, was für ein Stil, ob jung oder alt, Hauptsache es hat einen.» Der Gemeindepräsident erklärte zum Schluss, er werde diesen Abend mit den Architekten reflektieren und diskutieren.





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