Tagblatt Online, 15. April 2010 01:02:45
Ortsplanung sorgt für rote Köpfe
Die Bronschhofer Burgstall-Musikanten eröffneten die Bürgerversammlung in der Mehrzweckhalle Rossrüti musikalisch. (Bild: Bild: ir.)
Die revidierte Bronschhofer Ortsplanung führte zu harschen Voten an der Bürgerversammlung. Rechnung und Budget wurden diskussionslos genehmigt. Die flächendeckende Einführung eines Glasfasernetzes wurde thematisiert.
Ivo Rechsteiner
Rossrüti. Die ersten drei Traktanden der Bürgerversammlung der Gemeinde Bronschhofen waren rasch abgehandelt. Weder die Jahresrechnung 2009 noch das Budget 2010, welches mit einem Steuerfuss von 152 Prozent und einer Grundsteuer von 0,8 Promille rechnet, gaben zu Diskussionen Anlass. Der Antrag zur Gewinnverwendung – 295 000 Franken zusätzliche Abschreibungen auf dem Verwaltungsvermögen sowie rund 62 000 Franken ins Eigenkapital – wurde gutgeheissen. Auch den Einbürgerungsanträgen, neun Personen betreffend, wurde mit wenigen Gegenstimmen zugestimmt.
«Bewusst irregeführt»
Weniger in Minne verlief die allgemeine Umfrage. Jürg Grämiger, wohnhaft in der Bronschhofer Trotte, zeigte wenig Verständnis dafür, dass ein Teil des Rebbergs im Zuge der Ortsplanungsrevision zur Bauzone werden soll. Er äusserte Zweifel an der Begründung des Gemeinderates, wonach durch die Umzonung die Rebfläche erweitert und wirksam geschützt werden könne. Grämiger warf dem Gemeinderat vor, die Ausweitung der Rebfläche gar nicht richtig geprüft zu haben.
«Man hat offensichtlich die Öffentlichkeit bewusst irregeführt», kritisierte er. Er forderte den Gemeinderat auf, im Rahmen diverser Einsprachen nochmals über die Bücher zu gehen, sonst drohe am Ende gar ein Referendum.
Gemeindepräsident Max Rohr wies darauf hin, dass gegen die Ortsplanung 40 Einsprachen eingegangen seien, weshalb es sich um ein laufendes Rechtsverfahren handle, und er keine Stellung nehmen könne – was ein Votant heftig kritisierte. Rohr versicherte allerdings, dem Gemeinderat sei es ein ernsthaftes Anliegen, Kulturgut zu schützen.
«Nur ist dies nicht immer mit der Maximalforderung zu erreichen», gab Rohr zu bedenken, sondern – wie offenbar in diesem Fall – mit einem zweckdienlichen Kompromiss.
Ein weiterer Votant, Rolf Gassner, unterstellte dem Rat, gewollt falsch über die geplante Umzonung der Zonen WE in W2 informiert zu haben. «Wir alle erfahren eine wesentliche Einbusse von Wohnqualität», sagte Gassner. Dies deshalb, weil in der Zone W2 höher und näher an andere Liegenschaften gebaut werden dürfe.
Max Rohr erläuterte die Überlegung hinter der Umzonung: Es sei eine Forderung des Raumplanungskonzepts, eine innere Verdichtung anzustreben – anstatt «auf der grünen Wiese» zu bauen.
Ersatzbau für Rossrüter AJZ
Zu Beginn der Versammlung informierte Rohr über das AJZ Rossrüti, welches stark sanierungsbedürftig sei. Um die akutesten Mängel zu beheben, müssten rund 40 000 Franken investiert werden, erklärte Rohr. Weitere Punkte wie fehlende Isolation seien dann noch nicht behoben.
«Der Gemeinderat kam zum Schluss, dass eine Sanierung nicht sinnvoll ist.» Stattdessen soll ein Ersatzbau erstellt werden. Die Bedürfnisse sollen unter anderem mit den Vereinen ermittelt werden.
Thematisiert wurde auch das Parkierungsreglement, welches einst angestossen worden war. Der Personalaufwand sei zu gross, sagte Max Rohr. Zumal kein eigentliches Parkplatzproblem bestehe. Und bei einer Fusion mit Wil läge ein Reglement vor.
Wieder die alten Tarife
Gemeinderat Eugen Melliger informierte darüber, dass die neuen Tarifstrukturen für die Nutzung der Gemeindeliegenschaften nochmals überdacht werden sollen, nachdem es einige Reaktionen gegeben hatte. Bis auf weiteres gelten wieder die alten Tarife.
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