Und plötzlich war der Bagger da

RÜCKZUG ⋅ Der Streit ist begraben und die Überbauung Sonnental in Ganterschwil kann realisiert werden. Seit einigen Tagen sind die Bagger am Werk. Ein beim Kanton hängiger Rekurs wurde überraschend zurückgezogen.
19. Mai 2017, 06:46
Simon Dudle

Simon Dudle

simon.dudle@wilerzeitung.ch

Die geplante Überbauung sorgte in Ganterschwil während mehrerer Jahre für erhitzte Gemüter. Doch in den vergangenen Wochen ging es plötzlich schnell: Am 10. Mai hat die Katholische Kirchgemeinde Bütschwil-Gantersch­wil das Grundstück beim ehemaligen Schulhaus Sonnental an die Prime-Immobilien AG verkauft. Auch die Politische Gemeinde meldet im aktuellen Mitteilungsblatt, dass die Teilfläche des Schulhauses Sonnental an den Investor verkauft worden sei. Es betreffe eine Fläche von 2285 Quadratmetern zu einem Preis von 325 Franken pro Quadratmeter. Der Kaufpreis liegt somit bei knapp 750000 Franken. Im Zuge der Überbauung wird auch eine öffentliche Spielwiese realisiert. Diese Fläche bleibt im Eigentum der Politischen Gemeinde.

Auch wenn der Verkauf erst gut eine Woche zurückliegt, sind die Bagger bereits aufgefahren, und der erste Spatenstich hat stattgefunden. Es entstehen 3 Mehrfamilienhäuser mit 16 Eigentums- und 14 Mietwohnungen von 2,5 bis 4,5 Zimmern. Die Verantwortlichen rechnen mit einer Bauzeit von eineinhalb Jahren. Verlaufen die Arbeiten planmässig, dürften schon im Spätherbst 2018 die ersten Bewohner ins «Sonnental» einziehen. «Das grosse Interesse an der Überbauung zeigt uns, dass wir mit unseren Häusern und Raumkonzepten den Nerv der Zeit getroffen haben. Nicht umsonst konnten schon vor Baubeginn 11 der insgesamt 16 Eigentumswohnungen reserviert werden», sagt John P. Leuenberger. Er ist Bauherr und Verwaltungsratspräsident der Prime Immobilien AG.

Verkauf wieder rückgängig gemacht

Die ersten Ideen für eine Mehrgenerationenüberbauung wurden bereits im Jahr 2013 konkret. «Seither hat das Projekt für viel Unruhe im Dorf gesorgt. Nicht allen wollte es gefallen», schreibt die Kirchenverwaltungsratspräsidentin Katrin Keller-Breitenmoser im aktuellen Mitteilungsblatt von Bütschwil-Gantersch­wil. Tatsächlich hatte dieses Bauvorhaben einen Streit im Dorf ausgelöst. Anwohner wehrten sich gegen den Verkauf, da sie sich von den geplanten Bauten räumlich bedrängt fühlten. So quasi aus Goodwill wurde ihnen ein 5 mal 20 Meter grosser Streifen Land in Aussicht gestellt. Da die Anwohner beim kantonalen Baudepartement trotzdem zwei Rekurse einreichten, kam dieser noch nicht vollzogene Verkauf ein Jahr später an der nächsten Kirchbürgerversammlung nochmals zur Sprache und wurde bei nur sieben Gegenstimmen rückgängig gemacht.

Einsprache abgewiesen, Rekurs zurückgezogen

Im Dezember des vergangenen Jahres erteilte die Gemeinde der Prime Immobilien AG die Baubewilligung für den Bau der drei Häuser samt Tiefgarage. Zudem wies die Behörde eine Einsprache gegen das Bauvorhaben ab. Der Fall wurde ans Baudepartement weitergezogen. Da dieser Rekurs Anfang April überraschend zurückgezogen wurde, ist die Baubewilligung nun rechtskräftig, und dem ersten Spatenstich stand nichts mehr im Weg.


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