Lebensmittelbranche zieht nach Bütschwil

BÜTSCHWIL ⋅ Das Gebiet südlich des Bahnhofs Lütisburg Station wird sich in den nächsten Jahren markant verändern. Gleich drei Firmen haben Pläne für das Gebiet – zudem wäre Land für weitere Ansiedlungen vorhanden.
14. November 2017, 07:35
Beat Lanzendorfer

Beat Lanzendorfer

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toggenburgmedien.ch

In Lütisburg Station, nördlich des Dorfes Bütschwil, befindet sich die Gewerbe- und Industriezone Lerchenfeld, welche von der Wiler- und Langenrainstrasse erschlossen wird. Auf diesem Areal realisiert derzeit die Bütschwil Käse AG, der Gewinner des Raiffeisen-Publikumspreises, auf der Parzelle 514B (Lerchenfeld Ost) ein Käsereifungslager, das für 58000 Laib Käse konzipiert ist. Nach der voraussichtlichen Eröffnung im März 2018 sind im Gebäude auch Verpackung, Spedition und Büroräumlichkeiten untergebracht. Laut Auskunft von Roman Egli, Leiter Verkauf der Bütschwil Käse AG, werden die bisher zugemieteten Aussenanlagen aufgegeben. Bestehen bleibt hingegen die Produktion an der Hofstrasse 9 in Bütschwil, sowie das Lager mit einer Kapazität von 16000 Laiben.

Kuhn will in Bütschwil backen

Gemäss Auskunft von Peter Minikus, Ratsschreiber der Gemeinde Bütschwil-Ganterschwil, hat der Gemeinderat am 21. August den Teilzonenplan Lerchenfeld Ost, Parzelle Nr. 511B, erlassen. Dieser bezweckt die Aufhebung der Nutzungsbeschränkung auf publikumsarme Nutzungen in einem Teilgebiet des wirtschaftlichen Schwerpunktgebietes. Grund des Erlasses ist ein Bauvorhaben der Kuhn Back & Gastro AG, die einen Produktionsbetrieb mit Verkaufsraum und Café plant. Der Teilzonenplan untersteht dem fakultativen Referendum. Endet dieses ohne Referendumsbegehren – Frist: 14. November 2017 – geht der Teilzonenplan zur Genehmigung an das kantonale Baudepartement. Zusätzlich wird ein Sondernutzungsplan ausgearbeitet, der auf die Bedürfnisse der Kuhn Back & Gastro AG ausgelegt ist.

Das dritte Projekt, das im Gebiet Lerchenfeld zu stehen kommen soll, ist ein Geflügelverarbeitungsbetrieb der Micarna. Im Rahmen ihres Masterplans Geflügel 2050 plant die Micarna die Weiterentwicklung ihrer Wertschöpfungskette Geflügel in Bezug auf das anhaltende Marktwachstum im Bereich von Schweizer Poulet. In diesem Zusammenhang entstehen aktuell neue Elterntierparks im Wallis. Zudem wird die neue Brüterei in Avenches die bestehende Brüterei in Granges-près-Marnand im Herbst 2018 ablösen. Im Zusammenhang dieser Weiterentwicklung befindet sich auch ein zweiter Schlacht- und Verarbeitungsbetrieb in der Standort-Evaluationsphase.

Unter dem Projektnamen «ATV Ost» wird mit der Gemeinde Bütschwil-Ganterschwil ein mögliches Projekt im Detail ausgearbeitet. Zum aktuellen Zeitpunkt sind noch keine Verträge unterschrieben, die Verhandlungen bezüglich Landerwerb aber weit fortgeschritten. Ein zentraler Grund dafür, dass die Ostschweiz geografisch für einen weiteren Schlacht- und Verarbeitungsbetrieb prädestiniert wäre, sind die kurzen Transportwege der Tiere von ihren Mastbetrieben und damit verbunden eine weitere Erhöhung der Tierwohlstandards. Im Toggenburg soll ein Geflügelproduktionsbetrieb auf einer Fläche von rund fünf Hektaren entstehen, in welchem eine Schlachtkapazität von 20 Millionen Tieren pro Jahr angedacht ist und in welchem rund 400 Arbeitsplätze entstehen.

Durch die zahlreichen involvierten Parteien hat sich die detaillierte Projektausarbeitung im Laufe des letzten Jahres leicht angepasst: Neben der Erschliessung aus Westen wird aktuell auch eine solche im Osten, durch eine zu errichtende SBB-Unterführung, geprüft. Die Micarna rechnet mit einem Entscheid bezüglich weiterem Vorgehen frühestens im Frühjahr 2018. Die intensive Planungsphase eines solchen Projekts bedingt aber auch eine gewisse Flexibilität. Daher wird die Micarna zum aktuellen Zeitpunkt noch keine detaillierten Zeit-, Budget- oder Projektangaben kommunizieren.

Zufahrt muss ausgebaut werden

Die Entwicklungen haben auch Einfluss auf die Strassengestaltung. Für die Langenrainstrasse ist ein Ausbau vorgesehen, deren definitive Breite Gegenstand von weiteren Abklärungen ist. Im Raum stehen 6 Meter oder allenfalls 6.50 Meter.

Im Weiteren ist im Schwerpunktgebiet die Erstellung eines Trottoirs entlang der Langenrainstrasse vorgesehen. Der Knotenpunkt Langenrain-/Wiler­strasse soll im Bereich der Gemeindestrasse ausgebaut werden. Neben den in Planung und Ausführung befindlichen Projekten, stehen im wirtschaftlichen Schwerpunktgebiet Lerchenfeld weitere Flächen zur Ansiedlung neuer Betriebe zur Verfügung.


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