Sie schweigt über das Ende

OBERUZWIL. Die 23jährige Oberuzwilerin Bettina Bellmont veröffentlicht in Kürze ihr zweites Buch «Das Schweigen des Schnees». Der neue Roman erzählt eine Phantasiegeschichte und bezieht sich auf die asiatische Mythologie.
06. November 2013, 02:33
CHRISTOPH HUNZIKER

Vor drei Jahren erschien Bettina Bellmonts Erstling-Roman «Am Tag der schwarzen Vögel» – eine Geschichte über Freundschaft, Liebe, Mut und den Kampf gegen das Böse. Ihr zweites Werk befindet sich zurzeit in der Druckerei. Mit ihrem neuen, 500 Seiten umfassenden Buch «Das Schweigen des Schnees» möchte die Oberuzwiler Jungautorin die Leser in eine unbekannte, von asiatischer Mythologie durchzogene Welt entführen.

Von Mangas inspiriert

Für die japanische Kultur und Sprache begann sich Bettina Bellmont bereits im Teenageralter zu interessieren. Durch Schulkollegen sei sie in den Kontakt mit japanischen Mangas gekommen, sagt die Schriftstellerin. 2010 nahm sie das Japanisch-Studium in Angriff, um sich intensiv der asiatischen Sprache zu widmen.

Schwächen sind menschlich

«Die Charaktere der japanischen Geschichten haben alle kleine Fehler, mit denen sie Prüfungen und Abenteuer meistern müssen. Gleichzeitig stellt das Fehlerhafte die Figuren auf die Ebene des Menschen, die auch nicht perfekt sein können», erklärt die eifrige Schreiberin. Um dem Genre Asia-Fantasy-Roman gerecht zu werden, beschäftigte sich Bettina Bellmont intensiv mit asiatischen Sagen und mythologischen Geschichten, adaptierte aber auch Erzählformen von Mangas. «Die meisten Leserinnen und Leser wissen wenig über die asiatische Mythenwelt. Sie können sich beim Lesen also nicht auf bekannte Bilder stützen, sondern sind quasi dazu gezwungen, ihrer eigenen Phantasie freien Lauf zu lassen», sagt die Autorin.

Verschwörung gegen die Götter

Die junge Schriftstellerin gewährt einen kurzen Einblick in die Handlung: «Yoru und seine Schwester Asa leben abgeschieden in den Nordbergen. Doch als Asa den Wolfsgeist Shiro aus einem Schneesturm rettet und fremde Krieger ihre Hütte angreifen, ahnt Yoru das Nahen einer Verschwörung, die sein Leben über den Haufen werfen wird. Ohne jegliche Skrupel versuchen Unbekannte, die sieben Siegel zu öffnen, die das Tor nach Yomi, zur Unterwelt, unter Verschluss halten. Es gibt nur noch einen, der die vollständige Öffnung des Tores und damit die Vernichtung der Götterwelt verhindern kann: Yoru, der siebte Siegelträger.»

Mehr will Bettina Bellmont über ihren neuen Roman nicht verraten. «In vielen Fantasy-Büchern geht es um Vampire, Zwerge oder Elfen. Das hat mich dazu bewegt, dem Trend mit einem Asia-Fantasy-Roman entgegenzuwirken», sagt die Germanistikstudentin. Damit ihre Leser auch verstehen, was all die fremd wirkenden Begriffe bedeuten, hat sie im Buch ein spezielles Wörterverzeichnis angelegt.

Schon als Schülerin geschrieben

Mit dem Schreiben begonnen hat die junge Autorin, als sie die fünfte Klasse in Oberuzwil besuchte. «Die Geschichten aus meiner Kindheit sind zwar lustig, aber im Nachhinein unbrauchbar», sagt sie schmunzelnd.

Als die Japan-Begeisterte in die Oberstufe und später nach Wil in die Kantonsschule wechselte, änderte sich ihr Schreibstil. Die Geschichten wurden länger und durchdachter. Als Maturaarbeit schrieb die Oberuzwilerin eine 150seitige, im Mittelalter spielende Geschichte. Danach erschien 2010 im Novum-Verlag ihr erster Fantasy-Roman «Am Tag der schwarzen Vögel».

Zurzeit studiert Bettina Bellmont Germanistik, Publizistik und Japanisch an der Universität Zürich und beendete vor einer Woche ihr zweimonatiges Praktikum beim süddeutschen Papierfresserchen-MTM-Verlag. Gefreut hat sie sich nicht nur über die Praktikumsstelle, sondern auch über das Geburtstagsgeschenk ihrer Schwester: Sie zeichnete das Umschlagbild zum neuen Roman.


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