Region Wil erhält 50 neue IT-Arbeitsplätze

Das gemeinnützige deutsche IT-Systemhaus AfB Social & Green IT baut in Wil eine Niederlassung auf. In Kooperation mit der Stiftung My Handicap sollen ab nächstem Jahr rund 50 unternehmerische und soziale Arbeitsplätze entstehen, die Hälfte für Menschen mit Behinderung. Nun wird nach Räumen gesucht.
11. Dezember 2013, 02:36
HANS SUTER

WIL. Vorerst geniesst AfB bei der Stiftung My Handicap im ehemaligen TBW-Gebäude an der Werkstrasse 1 Gastrecht. Allerdings ist My Handicap dort in Untermiete bei einem Unternehmen, das nach Zürich zieht. «Wir hoffen, dass wir mit der Stadt Wil nun einen festen Mietvertrag vereinbaren können», sagt CEO Albert E. Frieder. Zugleich wird diese Adresse Sitz der ersten Schweizer AfB-Niederlassung sein.

Suche nach Mensch und Raum

«Wir sind nun auf der Suche nach geeigneten Räumen für unsere Tätigkeit», sagt AfB-Gründer Paul Cvilak. Sein Auge richtet sich dabei auf das Zeughaus an der Thuraustrasse. Seitens Stadtpräsidentin Susanne Hartmann und Stadtrat Marcus Zunzer war dazu aber noch keine verbindliche Aussage möglich. Sie gaben jedoch ihrer Freude über den Zuzug von AfB nach Wil Ausdruck und sicherten dem Unternehmen ihre Hilfsbereitschaft zu. Diese wird sie auch von anderer Seite benötigen. «Wir beginnen nun mit der Suche nach Personal, insbesondere Menschen mit Behinderung», sagt Albert Frieder, der AfB in diesem und anderen Bereichen über My Handicap tatkräftig unterstützt. AfB ist auf Datenlöschung und Wiederaufbereitung nicht mehr benötigter Hardware spezialisiert.

Neue Perspektiven schaffen

Das Konzept ist bestechend einfach: Firmen mit sozialer Verantwortung überlassen ihre nicht mehr benötigte IT-Hardware der AfB Social & Green IT. Diese Ware wird abgeholt, inventarisiert, zertifiziert gelöscht, getestet, gereinigt und anschliessend mit einer Garantie von mindestens zwölf Monaten wieder vermarktet. «AfB bietet effektive und effiziente IT-Dienstleistungen vor allem im Umgang mit gebrauchter IT-Hardware. Wir schaffen Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung in Europa und schonen die Umwelt, Ressourcen und das Klima», sagt Paul Cvilak. «Wir schaffen mit gebrauchter IT-Hardware neue Perspektiven.»

Gemeinnütziges Systemhaus

Das Konzept, eine gemeinnützige Gesellschaft im IT-Bereich zu etablieren, ist einzigartig. AfB wurde 2004 von Privatpersonen mit sozialem Fokus und persönlichem Engagement gegründet. Mittlerweile hat das Integrationsunternehmen mehr als 160 Mitarbeiter an über zehn Standorten in vier Ländern Europas. Die Hälfte der Mitarbeitenden sind Menschen mit Behinderung, die durch dieses Konzept einer hochwertigen Beschäftigung nachgehen können. Auf diese Weise werden pro Jahr mehr als 200 000 Gebrauchtgeräte bearbeitet, mit steigender Tendenz.

«Das Ziel der AfB ist es, in den nächsten Jahren 500 Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung zu schaffen und gleichzeitig durch IT-Remarketing einen Beitrag zur Reduzierung des CO2-Ausstosses zu leisten», sagt Paul Cvilak. Zudem soll durch die Wiedervermarktung von Notebooks, PC usw. die Umwelt- und Menschen-gefährdende Rohstoff-Trennung an IT-Geräten in den Dritte-Welt-Ländern eingedämmt werden. «AfB ist damit das erste gemeinnützige IT-Systemhaus Europas», sagt Cvilak.


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