««Mir müend me schlittschüele»

TURNIER ⋅ Bereits zum 22. Mal veranstaltete der EHC Uzwil am Wochenende seinen national bekannten Young Hawks Cup in der Uzehalle. Was zählte, war in erster Linie das Erlebnis. Der Sieg war nur zweitrangig.
20. März 2017, 05:39

«Mer müend no en Gang druflegge», schreit Bruno Heim, Trainer des EHC Seetal, von der Bande aus aufs Eisfeld. Von der oberhalb gelegenen Tribüne stimmen die Eltern und Fans ein lautes «Hopp Seetal, hopp» an. Die Stimmung ist hitzig. Im positiven Sinn. Man wähnt sich fast in der Finalissima eines Playoff-Finals.

Doch der Schein trügt: Auf dem Eisfeld duellieren sich eigentlich «nur gerade» die elf- und zwölfjährigen Piccolos vom EHC Seetal und dem SC Rheintal. Noch sitzt nicht jedes Zuspiel. Und auch das Schlittschuhlaufen ist noch nicht allen in Fleisch und Blut übergegangen. «Chömed Giele», versucht Heim seine Spieler nochmals anzutreiben, «mir müend me schlittschüele, den chömed die Goals.» Die Anfeuerungsversuche scheinen zu fruchten. Die Aargauer, bereits in der Vorrunde souveräner Sieger, schiessen Tor um Tor und lassen auch den Rheintalern keine Chance.

Aushängeschild SC Bern

Gemächlicher lassen es die Jungs vom SC Bern Future angehen. Für sie ist der Traum vom Turniersieg schon früh zu Ende. «Das macht aber gar nichts», sagt Reto Schmid, Trainer der Berner. «Wichtiger sind die Erfahrungen, welche unsere Jungs an diesem gut besetzten Turnier erleben dürfen.» Das Turnier in der Ostschweiz ist für die Berner längst zur Tradition geworden. «Der Modus mit den kurzen Zeitintervallen zwischen den Spielen gefällt.» Da nimmt der SC Bern, der wöchentlich zu Turnieren in der ganzen Schweiz antritt, auch den etwas längeren Reiseweg gerne in Kauf.

Auf dem Eisfeld ist wieder Geschrei zu hören. Die Teams vom EV Zug haben sich um ihr Tor versammelt und schwören sich ein. «Hopp Zug», schreien die Piccolos. Das Spiel gegen den EHC Kloten steht auf dem Programm. «Das ist selbstverständlich immer ein prestigeträchtiges Duell», verrät die Trainerin augenzwinkernd.

Ziel: Ein Erlebnis für die jungen Spieler

Über die beiden Turniertage haben sich etliche Mannschaften aus der National League A und B zum Turnier in Uzwil eingetragen. Trotz der teils klingenden Namen gelingt es niemandem, sich gegen die kleineren Vertreter wie Uzwil, Wil oder Herisau deutlich durchzusetzen. Ob die Spieler des EHC Uzwil gegen die grossen Namen, die man sonst nur aus dem Fernsehen kennt, motivierter und bissiger sind? Roger Breitenmoser, Nachwuchschef beim EHC Uzwil, verneint. «Eigentlich geben die Jungs immer 100 Prozent und Vollgas. Aber es ist schon ein spezielleres Gefühl, gegen ein Team zu spielen, welchem man sonst die Daumen drückt.»

«Jetzt mach en Slapshot», ruft ein Zuger Spieler seinem Kollegen zu. Und siehe da: Es klappt, der Puck landet in den Maschen. «Super gmacht, Jason», ruft die Trainerin. Auch Adam Mechergui, Geschäftsstellenleiter des EHC Uzwil, freut es. «Genau so muss ein Turnier sein. Es soll für die jungen Spieler ein Erlebnis darstellen.»

David Metzger

redaktion@wilerzeitung.ch


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