Lebensraum erhalten und schaffen

Ein Paradies für Insekten, ein Unterschlupf für Igel, ein Zwischenlandeplatz für Vögel: Dies alles bietet die Hecke von Sepp Sennhauser. Die Naturgruppe Salix half mit Freiwilligen bei der Pflege der Wildhecke.
15. Januar 2013, 01:36
JONAS LÜDI

ROSSRÜTI. Die Naturgruppe Salix hat sich 2009 für eine artenreichere Hecke am Gampen bei Rossrüti eingesetzt. Um diese Artenvielfalt aufrecht zu erhalten, benötigt diese intensive und regelmässige Pflege. Bei Sepp Sennhauser handelt es sich um einen der wenigen, der auf seinem Gut die Pflanzung und Schonung einer solchen Naturhecke begünstigt. Daher hilft ihm die Naturgruppe, alljährlich die Hecke zurückzuschneiden, wodurch sie wieder neuen Platz erhält, sich zu entfalten.

Notwendigkeit der Heckenpflege

Um halb 2 Uhr nachmittags treffen sich einige der Hilfsbereiten vor dem Restaurant Rislen in Rossrüti. Sie öffnen die Kofferräume ihrer Autos und vergleichen bereits einmal ihre Werkzeuge zur Bearbeitung der Hecke. Das Wetter zeigt sich von seiner allerbesten Seite und so scheint die Sonne mit den fröhlichen Gesichtern der Helfenden um die Wette. Nachdem sich alle um Astrid Rudolf-Wild, die Präsidentin von Salix, geschart haben, wird die Gruppe anschliessend von Rolf Bösch mit Autos zum Arbeitsort eskortiert. Dort wartet bereits Sepp Sennhauser auf die Ankömmlinge. Zwei Motorsägen sowie mehrere Heckenscheren werden griffbereit gestellt. Freudig plaudernd, begibt sich die Gruppe Richtung Hecke und wandert ein Stück hügelabwärts.

Auf dem Weg erzählt Guido Zurburg ein wenig zur Notwendigkeit einer solchen Wildhecke sowie dem Gebiet an sich. Die Hecke hätte ursprünglich beinahe ausschliesslich aus Haselnusssträuchern bestanden. Mit der Aktion vor vier Jahren hätten sie die Hecke mit neuen Sträuchern und Bäumen ergänzen können. «Es liegt uns sehr am Herzen, diese grössere Artenvielfalt aufrechtzuerhalten. So profitieren verschiedene Insekten zu unterschiedlichen Jahreszeiten vom Reichtum der Hecke.» Ausserdem würden verschiedene Tiere Zuflucht in der Hecke suchen. «Vögel benutzen die Hecke als eine Art Zwischenlandeplatz, bevor sie sich tiefer ins dahinterliegende Ried oder den Wald begeben.» Auch Igel und ein Rehbock würden jeweils Unterschlupf in der Hecke finden. «Das Ried bietet Lebensraum für unzählige Lebewesen und wird durch die Hecke auch ein wenig vor dem landwirtschaftlichen Treiben abgeschirmt», fügt Sepp Sennhauser hinzu. Es seien regelmässig Hasen und Rehe dahinter zu beobachten. Die Fussgänger, die in der Umgebung spazieren würden, seien glücklicherweise sehr rücksichtsvoll.

Haselnuss steht vor der Sonne

Sepp Sennhauser erklärt, dass man jedes Jahr an einer anderen Seite der Hecke mit der Pflege beginne, da man zu Beginn meist etwas sorgfältiger sei als gegen Ende. Zuerst werden jene Sträucher zurückgeschnitten, die den Setzlingen das Licht nehmen. Gerade die Haselnusssträucher kürzen die Helfenden ziemlich stark und entfernen auch dickere Stämme. «Haselnuss wächst jeweils viel schneller als andere Sträucher und steht diesen damit vor der Sonne.» Die frischen Setzlinge werden von Sepp Sennhauser gekennzeichnet, um diese beim Freiräumen nicht mit Ästen zuzudecken oder umzuknicken. Die Gemeinschaft arbeitet sich mit guter Laune und interessanten Gesprächen der Hecke entlang.


Leserkommentare

Anzeige: