Ein Video aus der Galaxis

Die Wiler Band «Astronauten des Zeus» möchte für einen Song ihres Albums «…and build temples again» einen Videoclip realisieren. Dafür starten die vier Musiker ein Crowdfunding-Projekt.
01. Mai 2014, 08:11
PHILIPP HAAG

WIL. Den Weltraum nennen sie bereits ihr eigen. Nun möchten sie auch den Globus erobern, die «Astronauten des Zeus». Vom Olymp auf Stippvisite in die Äbtestadt entsandt, wo sich die vier Gesandten des Herrschergottes heimisch niederliessen und zu einer Band verschmolzen, möchten sie ihre Klänge nun auf die weltumspannende Datenbahn schicken, und zwar unterlegt mit Bildern. Die «Astronauten des Zeus» möchten für einen Song aus ihrem Album «…and build temples again» einen Videoclip realisieren.

Der gestrandete Astronaut

«Es war schon lange unser Traum, ein Video zu drehen», sagt Bassist Tobias Winiger, «nun haben wir die Zeit und die Energie, das Projekt anzugehen». Die CD «…and build temples again», der Erstling der Band, stammt aus dem Jahr 2011. Als Video auskoppeln werden sie den Song «I lost my ability to inemuri». Die Geschichte handelt von einem Astronauten, der auf einen «Inemuri» verzichtet, eine Art Power-Kürzest-Schlaf, die Konzentration verliert und durch eigenes Versagen auf einem Planeten strandet. Der galaktische Robinson versucht das Gestirn und die ihm fremde Zivilisation wieder zu verlassen. Kein leichtes Unterfangen. Die vier Wiler Musiker, neben Tobias Winiger Jonas Gähwiler (Vocals/Guitar), Marco Bleiker (Drums) und Matthias Loepfe (Guitar) möchten die sprachlichen Bilder nicht nur in visuelle verwandeln, sie möchten mit dem Video das Kunstprojekt «Astronauten des Zeus» komplettieren. Der künstlerische Anspruch zeigt sich nicht nur in den lyrisch angelehnten Texten, die sich sprichwörtlich in der Stratosphäre bewegen, sondern auch am CD-Cover. Das Booklet ist mit ein wenig an Armageddon erinnernden, feine Details enthaltenen Fotos bebildert, die Songs sind in einer eigenen hieroglyphenähnlichen Schrift bezeichnet. Was nun noch fehlt, sind die bewegten Bilder. Damit das Artwork des Clips demjenigen des Album-Covers entspricht, somit in die künstlerische Konzeption der Band passt, arbeitet sie mit dem freischaffenden Eisenplastiker Silvan Köppel zusammen, dessen Werkstatt im Rheintal als Kulisse dient. Die Geschichte des einsamen Astronauten in Szene setzen wird Marco Hess von Video-Artwork St. Gallen.

Da das Realisieren eines Videoclips trotz extraterrestrischer Protagonisten weltliche Probleme mit sich bringt, also finanziert werden muss, starteten die «Astronauten des Zeus» ein Crowdfunding. Wer die Band beim Umsetzen des Videoprojekts unterstützen will, kann sich als Sponsor mit einem Betrag ab 20 Franken beteiligen. Die Gesamtkosten für die Produktion des Videoclips belaufen sich auf 4000 Franken. Da es sich um ein 100-Days-Crowdfundig handelt, werden die einbezahlten Beitrage nur wirksam, wenn die Gesamtsumme von 4000 Franken in den 100 Tagen zusammen kommt. Gestern belief sie sich auf 860 Franken. Die Restzeit beträgt noch 78 Tage. Sponsoren ab 50 Franken erhalten ein Album, diejenigen ab 100 Franken eine CD sowie eine DVD mit dem neuen Videoclip.

Sound bleibt geerdet

Das Video wird die Band auch auf Youtube stellen. Denn einerseits möchte die Band das «Astronauten-des-Zeus»-Kunstwerk vervollständigen, anderseits möchte sie sich wieder in Erinnerung rufen. Nach der Veröffentlichung des Albums 2011 legten die vier Musiker, die seit ihrer Kantizeit zusammen spielen, eine Pause ein. Nun möchten sie wieder vermehrt auftreten. Das Video dient als ideales Promotionsmittel. Und eines bleibt gleich: Kompromisse gehen die vier Freunde keine ein. Der Sound, am ehesten beim Progressive-Rock anzusiedeln zwischen den «Queens of the Stone Age» und «Pink Floyd», bleibt schnörkellos und geerdet.

Infos Crowdfunding: www.dieastronautendeszeus.ch

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