Tagblatt Online, 15. Februar 2012 08:47:00
Lernen, wie man ausbildet
Urs Bächtold analysiert mit den Neckertaler Feuerwehrkaderleuten, wie ein Plakat die Aufmerksamkeit der Betrachter auf sich zieht. (Bild: Sabine Schmid)
MOGELSBERG. Offiziere und Unteroffiziere der Feuerwehr haben die Aufgabe, Feuerwehrleute zu schulen. Worauf sie dabei achten müssen und wie sie Hilfsmittel einsetzen können, haben Kaderleute der Feuerwehr Neckertal in Mogelsberg gelernt.
SABINE SCHMID
Die Ausbildung wird in der Feuerwehr gross geschrieben, denn in einem Ernsteinsatz müssen die Feuerwehrleute das Handwerk aus dem Effeff anwenden. Doch worauf muss man bei der Ausbildung achten? Und wie ist es möglich, mit einem möglichst kleinen Aufwand in der Vorbereitung den grössten Lerneffekt zu erzielen? Um diese Fragen zu beantworten, hat die Feuerwehr Neckertal ihren Offizieren und Unteroffizieren die Möglichkeit geboten, sich zwei Tage lang in Didaktik und Methodik weiterzubilden. «Dieser Kurs wird vom Schweizerischen Feuerwehrverband angeboten. Wir haben aber nicht unsere Leute an diesen Kurs geschickt, sondern die Referenten zu uns eingeladen, damit möglichst viele unserer Kaderleute von deren Wissen profitieren können», erklärt Res Näf, Kommandant der Feuerwehr Neckertal, das Zustandekommen dieses Kurses.
Ziele sind wichtig
Die Kursleiter, Josef-Heinrich Amacker und Urs Bächtold, erklärten den Kursteilnehmern, dass es wichtig sei, sich für die jeweilige Lektion ein Ziel zu setzen. Mit einem Lernziel und dem Wissen, wer das Zielpublikum ist, sei es viel einfacher, eine Lektion vorzubereiten, sagten die Kursleiter. Ihnen war wichtig, dass etwa 90 Prozent des Kursinhaltes mit Praxisbeispielen vermittelt wird. Daher mussten die Kursteilnehmer schon am ersten Tag eine Lektion mit einem vorgegebenen Inhalt vorbereiten und auch halten. Anschliessend waren die Teilnehmer aufgefordert, anhand von definierten Regeln ein Feedback zu geben. Darin habe sich dieser Kurs von den bisher in der Schweiz durchgeführten Kursen unterschieden, sagte Urs Bächtold. Normalerweise kennen sich die Kursteilnehmer nicht und da sei es einfacher, sein Gegenüber zu kritisieren, als wenn alle Teilnehmer von der gleichen Feuerwehr stammen. Grossen Wert legten die Kursleiter auf die Art der Präsentation. Die Teilnehmer lernten einfache Tricks, um beim Reden ihre Körpersprache zu verbessern. «Denn bei einer Rede wirkt 50 Prozent die Körpersprache und 40 Prozent die Stimme. Der Inhalt zählt nur gerade zehn Prozent. Daher ist es viel wichtiger, wie man etwas sagt als was man sagt», brachte es Josef-Heinrich Amacker auf den Punkt. Die Kursteilnehmer lernten zudem, wie sie Hilfsmittel wie Plakate oder Präsentationen richtig gestalten und einsetzen können. Urs Bächtold ist sich bewusst, dass dieser Kurs nicht nur allein für die Arbeit in der Feuerwehr nützlich ist. Er und sein Kursleiterkollege legten trotzdem grossen Wert darauf, immer wieder eine Verbindung zur Feuerwehrarbeit zu schaffen.
Möglichst schnell umsetzen
Am Schluss der beiden Kurstage haben die Kursleiter jedem Teilnehmer ein persönliches Feedback gegeben. «Ich bin überzeugt, dass die Neckertaler Feuerwehrkaderleute davon die wichtigsten Botschaften mitnehmen», sagte Josef-Heinrich Amacker. «Die Kunst ist jetzt aber, das im Kurs gelernte möglichst schnell umzusetzen.» Der Ortskommandant Res Näf hofft auch, dass das Neugelernte schnell in den Ausbildungslektionen umgesetzt wird. «Wir haben nun 20 Personen ausgebildet. Da hoffe ich, dass sie einander aufmerksam machen, wenn sie Gelerntes zu wenig anwenden sollten», sagt er. Wie gut das funktioniert hat, werden die Kursleiter im zweiten Modul des Kurses, das im November durchgeführt wird, überprüfen.
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