Tagblatt Online, 20. Februar 2012 01:04:39
«Wir fordern klares Bekenntnis»
Sie fordern «klare Zusagen des Bildungschefs»: Marlise Porchet und Konrad Dobler schlagen vor, Gesundheitsberufe am BWZT Wattwil anzusiedeln. Das würde auch das Spital Wattwil stärken. (Bild: Hansruedi Kugler)
Mit einer Petition fordern Marlise Porchet (CVP) und Konrad Dobler (FDP) ein Bekenntnis der Kantonsregierung zum Bildungsstandort Wattwil. Die Kantonsrats-Kandidaten sammeln seit Samstag mit Segen ihrer Kreisparteien Unterschriften.
HANSRUEDI KUGLER
WATTWIL. Dass die Petition «Erhalt und Stärkung des Bildungsstandortes Wattwil und Umgebung» gerade jetzt lanciert wird, ist natürlich kein Zufall. Das sagt Marlise Porchet unumwunden. Einerseits wird der Kantonsrat in drei Wochen gewählt und die Kandidaten bringen sich in Position. So auch die neu kandidierenden Marlise Porchet von der CVP und Konrad Dobler von der FDP. Anderseits sitzt die Skepsis gegenüber der regierungsrätlichen Politik bei den Toggenburgern seit Jahren tief. Aufgeschreckt sind sie kürzlich, weil bekannt geworden ist, dass das Bildungsdepartement daran arbeitet, die Verteilung der verschiedenen Berufe auf die vorhandenen Berufsschulstandorte festzulegen. «Wir müssen uns für unsere Region wehren und uns stark machen für unsere Bildungsinstitutionen», sagt Konrad Dobler. Denn: «Das Toggenburg ist eben doch weit weg von St. Gallen.»
BWZT und Kanti stärken
Ihre Analyse zeigt denn auch objektiv die Schwächen des Toggenburgs auf: Hier sei der Schüler- und Geburtenrückgang überdurchschnittlich hoch. Zudem wolle die Kantonsregierung die Maturitätsquote leicht erhöhen, was zur Folge hat, dass die Schülerzahlen an den Berufsschulen sinken werden. In dieser Situation wollen die Petitionäre «klare Zusagen der Kantonsregierung zum Bildungsstandort Wattwil». Denn zwei Grossvorhaben stehen an: Das Berufs- und Weiterbildungszentrum Toggenburg in Wattwil müsste saniert werden und das ehemalige Oberstufenschulhaus Lichtensteig, in welchem das BWZT eingemietet ist, wartet immer noch auf den Kauf durch den Kanton. Das andere Grossprojekt ist die Sanierung und der Ausbau der Kanti Wattwil. Wenn sich wie kürzlich Kreisparteien aus der Region Linth mit der Forderung einer eigenen Kantonsschule in Rapperswil zu Wort melden, so nehmen das die Toggenburger jeweils ernst.
Kanton hat Priorität festgelegt
Die Regierung hat zwar im Januar 2011 in einem ausführlichen Bericht die Schulraumplanung festgelegt und auch eine Priorisierung vorgenommen. Und in diesem Bericht ist der Ausbau der Kanti für rund 60 Millionen sowie die Sanierung des BWZT und der Kauf des Oberstufenschulhauses in Lichtensteig für zusammen rund 20 Millionen Franken als prioritär festgelegt. Die parlamentarische Behandlung ist bei der Kanti Wattwil im Jahr 2013, diejenige des BWZT im Jahr 2015 geplant. Angesichts der aktuellen Spardebatten trauen die beiden Petitionäre dieser Planung aber nicht so ganz. Ihre Kreisparteien unterstützen sie dabei.
Gesundheitsberufe ans BWZT
Für die Sicherung des Bildungsstandortes nehmen Marlise Porchet und Konrad Dobler eine Idee der CVP Toggenburg auf. Diese hat im Frühling 2011 vorgeschlagen, das BWZT in Wattwil könnte zum Standort für die Ausbildung der Gesundheitsberufe werden. Denn die Berufsschule in St. Gallen platze bei den Gesundheitsberufen aus allen Nähten, meint nun Marlise Porchet. Falle die Wahl auf Wattwil, wäre dies ein klares Zeichen des Bildungsdepartements für den hiesigen Bildungsstandort. Um diesem Anliegen Nachdruck zu verleihen, sammelt die CVP und die FDP nun Unterschriften. Sie wollen dies in den kommenden Wochen intensiv tun, so dass sie die Petition Mitte März Bildungschef Stefan Kölliker übergeben können.
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