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Tagblatt Online, 21. Februar 2012 01:07:00

Kritik an der Demontage einer Tafel

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Die «Bangor»-Tafel an der Talstation der Mühleggbahn (Bild) wurde in den letzten Wochen durch einen Hinweis auf die Bahn selber ersetzt. (Bild: Archivbild: Sam Thomas)

ST.GALLEN. Die Ortstafel mit der Aufschrift «Bangor» hängt nicht mehr an der Talstation der Mühleggbahn. Deren Verantwortliche suchen derzeit zusammen mit der Schöpferin einen neuen Standort dafür.

RETO VONESCHEN

An der Talstation der Mühleggbahn erinnerte jahrelang eine fiktive SBB-Bahnhofstafel mit der Aufschrift «Bangor» an den in der Legende überlieferten Herkunftsort des Stadtheiligen Gallus. Jetzt ist diese Tafel verschwunden. Was in den Leserbriefspalten der Lokalzeitungen, aber auch im Internet kritisch vermerkt wurde. Doch wer hat die Tafel abmontiert? Und ist dies wirklich geschehen, weil es unter Wissenschaftern Zweifel an der irischen Herkunft des Heiligen Gallus gibt?

Verwirrung bei Ortsunkundigen

Zuständig für die Demontage der fiktiven Ortstafel ist die Mühleggbahn selber. Der Schriftzug «Bangor» sei intern schon länger ein Diskussionsthema gewesen, sagte Verwaltungsratspräsident Philip Schneider gestern auf Anfrage. Und im Zuge des Umbaus der Gallus-Gedenkstätte habe man sie jetzt entfernt und eingelagert. Die «Bangor»-Tafel habe bei Ortsunkundigen, die die Talstation der Mühleggbahn gesucht hätten, immer wieder Verwirrung ausgelöst. Daher habe man entschieden, sie jetzt durch eine Tafel mit der Aufschrift «Mühleggbahn» zu ersetzen.

Die «Bangor»-Tafel war 1997 im Rahmen eines Kunstprojektes an der Mühlegg-Talstation montiert worden. Sie sollte an die Ursprünge des Heiligen Gallus und an die Anfänge von Kloster und Stadt St. Gallen erinnern. Die Ortstafel war die Idee von Michèle Thaler. Mit der Künstlerin, so versicherte gestern Philip Schneider, stehe die Mühleggbahn derzeit im Gespräch. Man sei daran, einen neuen Standort für die Tafel zu suchen. Es gebe auch eine Idee, wo man sie im Bereich der Mülenenschlucht aufhängen könnte. Derzeit sei man daran, technische Fragen in dem Zusammenhang abzuklären. Und das brauche etwas Zeit.

War schon früher ein Thema

Die «Bangor»-Tafel lieferte bereits in früheren Jahren Diskussionsstoff. Als sie aufgehängt wurde, gab es auch kritische Stimmen dagegen. Und an der Aktionärsversammlung 2003 der Mühleggbahn schlug ein Aktionär vor, sie durch eine Tafel «Luxeuil» zu ergänzen oder zu ersetzen, und so neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen anzupassen. Dies, weil Professor Gerold Hilty nach sprachwissenschaftlichen Abklärungen den Schluss gezogen hatte, Gallus sei wohl nicht aus dem Kloster Bangor, sondern aus demjenigen von Luxeuil in die Ostschweiz gekommen.





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