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Tagblatt Online, 03. Februar 2012 07:52:00

Gefordert sind Taten statt Worte

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Ab 2017 wird der Verkehr über die Schweizer Strasse von und in Richtung Dornbirn und auch von und in Richtung Diepoldsau über das Nebenzollamt Schmitter rollen. (Bild: Bea Sutter)

DIEPOLDSAU. Die umstrittene Südumfahrung von Dornbirn nimmt konkrete Formen an; zwischen dem Land Vorarlberg, der Stadt Dornbirn und dem Autobahnbetreiber Asfinag ist die Absichtserklärung unterzeichnet worden.

Der dritte Autobahnanschluss in Dornbirn soll vor allem den Bewohnern in Dornbirn und Hohenems eine Entlastung des Verkehrs, vor allem auch des Schwerverkehrs bringen. Gemäss Berechnungen sollen täglich bis zu 400 Lastwagen weniger durch das Stadtgebiet rollen. Dass mit dem neuen Autobahnanschluss an die Schweizer Strasse der Verkehr «ganz einfach auf andere Wohngebiete umgeleitet wird, spielt in den Überlegungen allem Anschein nach keine grosse Rolle», schreibt Hans Zäch, ein engagiertes Mitglied des Vereins Lebenswertes Diepoldsau, und verweist auf einen Bericht vom 1. Februar in den «Vorarlberger Nachrichten». Obwohl dieser Anschluss im Schweizer Riet realisiert werde, seien die Schweizer Behörden einmal mehr nur in der passiven Rolle. Die Vorarlberger planten, agierten – und unsere Behörden, bis hinauf in die St. Galler Regierung, müssten wieder einmal auf etwas reagieren, das ihnen von den guten Nachbarn aus dem Vorarlberg fertig aufgetischt wird, «vorausgesetzt, sie reagieren überhaupt».

«Horrorszenario» für Dorf

Der Diepoldsauer Gemeindepräsident Roland Wälter sagt auf Anfrage, das Auflageverfahren stehe erst bevor. Erst dann bestünde die Möglichkeit zu behördlichen Massnahmen. Bis dahin sei nur möglich, was man mit Nachdruck getan habe, nämlich die eigene Haltung klar zum Ausdruck zu bringen. Diepoldsau habe denn auch deutlich gesagt, dass das Projekt ohne begleitende Massnahmen nicht in Frage komme, sagt Wälter. Man sei nicht gewillt, zusätzlichen Verkehr beim Zollamt Schmitter hinzunehmen.

Ab 2017 soll der neue Anschluss realisiert werden. Ab diesem Zeitpunkt wird der Verkehr über die Schweizer Strasse von und in Richtung Dornbirn und auch von und in Richtung Diepoldsau über das Nebenzollamt Schmitter rollen. Der zunehmende Verkehr ist das eine; dass aber auch wertvolles Kulturland von der sonst so naturverbundenen Vorarlberger Regierung geopfert wird, das andere. Ist der Anschluss erst einmal realisiert, «wird das schon einmal beschriebene Horrorszenario für Diepoldsau Realität», schreibt Hans Zäch. Denn dann werde das Dorf nicht mehr nur zweigeteilt, sondern viergeteilt sein. Jedes GPS wird dem Autofahrer die kürzeste und schnellste Verbindung der beiden Autobahnen auch ohne Ortskenntnisse aufzeigen. Von Schleichwegen und Insiderwissen kann dann nicht mehr gesprochen werden.

Taten gefordert

In Diepoldsau fragt man sich: «Wie lange müssen wir uns noch mit den Worthülsen der Regierung zufrieden geben? Sind wir auf der Rheininsel eine so verschwindend kleine Minderheit, die in den Überlegungen der Obrigkeit keine prioritäre Rolle spielt? Werden Finanzzuschüsse nur dort eingesetzt, wo mehr Stimmen im Wahlkampf gesammelt werden können?» Dort würden der Bevölkerung Tunnel- und Entlastungsprojekte aufs Auge gedrückt, die von einer Mehrheit gar nicht gewünscht würden (z. B. Rapperswil-Jona), meint Hans Zäch.

Nicht nur einzelne Bürger wie Hans Zäch, sondern auch der Verein Lebenswertes Diepoldsau fordert von der Regierung, dass sie den «Vorarlberger Kollegen» endlich die Stirn bietet.

Mit der «Schmusepolitik» und den gut gemeinten grenzüberschreitenden Zusammenkünften, schreibt Zäch, müsse es vorbei sein. «Wir wollen Taten sehen, nicht Worte.» (red)





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