Tagblatt Online, 25. Januar 2012 08:26:00
Schweigen am «Friedberg»
Bis nach den Sommerferien möchte der Stiftungsrat einen neuen Rektor für das Gymnasium gefunden haben. (Bild: Urs Bucher)
GOSSAU. Nach nur drei Jahren verlässt Hansruedi Mächler Ende Juli das Gymnasium Friedberg. Aus persönlichen Gründen, wie es in einer Mitteilung heisst. Genaueres wollen weder der Stiftungsratspräsident Daniel Lehmann noch der Rektor dazu sagen.
MARION LOHER
Die Nachricht vom Rücktritt des Rektors des Gymnasiums Friedberg, Hansruedi Mächler, kam überraschend. Auch für die Schüler, Eltern und Behörden. Während sie Ende vergangener Woche über die Veränderung informiert wurden, gab es am Montagabend eine Mitteilung an die Medien. Darin heisst es, dass Mächler aus «persönlichen Gründen» auf den 31. Juli zurücktritt, um sich «beruflich neu auszurichten». Was genau hinter den «persönlichen Gründen» und der beruflichen Neuorientierung steckt, wollten gestern weder Daniel Lehmann, Stiftungsratspräsident des Gymnasiums Friedberg, noch der Rektor selber kommentieren. Letzterer war für die Medien während des ganzen Tages nicht zu sprechen. Im Brief an die Eltern und die Behörden waren ebenfalls keine Details zu den Rücktrittsgründen aufgeführt.
Es soll keine Vakanz geben
Lehmann sagte auf Anfrage aber, dass es nichts mit der Kürzung des kantonalen Unterstützungsbeitrags zu tun habe. Die private Mittelschule bekommt seit Anfang Jahr weniger Geld vom Kanton. Sie sieht sich deswegen gezwungen, das fehlende Geld durch die Reorganisation der Prozesse und Strukturen sowie bei Investitionen einzusparen. Veränderungen, die laut Lehmann unter der Führung von Mächler in die Wege geleitet wurden. So wie auch die neue didaktische Ausrichtung der Schule, das selbständige eigenverantwortliche Lernen am «Friedberg», genannt Self. Der Stiftungsratspräsident bedauert Mächlers Entscheid, dankt ihm aber bereits jetzt für sein «überdurchschnittliches Engagement». Man werde nun sofort mit der Suche nach einem Nachfolger beginnen. Die Stelle soll ausgeschrieben werden. Lehmann hofft, dass bis zu Beginn des neuen Schuljahrs ein Rektor gefunden werden kann und keine Vakanz entsteht.
Hoffentlich kein Imageschaden
Ebenfalls überrascht von Mächlers Rücktritt ist sein Vorgänger Ewgeni Obreschkow. Nach 16 Jahren hatte er das Rektorat des Gymnasiums Friedberg Mitte 2009 an Mächler übergeben. Natürlich verfolge er das, was an «seiner» ehemaligen Schule geschehe, so Obreschkow. Er hoffe auf einen sanften Wechsel, dass die Schule keinen Imageschaden erleide und die Kontinuität trotzdem gewahrt werden könne. Christoph Mattle vom kantonalen Amt für Mittelschulen wollte keine Stellung zum Entscheid des «Friedberg»-Rektors nehmen, da das Gymnasium als private Mittelschule autonom sei in der Besetzung ihres Rektorats. Der Gossauer Schulpräsident Urs Blaser hingegen sagte: «Ich bedaure den Rücktritt insofern, als dass ich eine unkomplizierte und angenehme Zusammenarbeit führen konnte.» Hintergründe oder Motive, die Mächler zum Rücktritt bewegten, seien ihm aber nicht bekannt.
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