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Tagblatt Online, 14. Januar 2012 01:05:00

Extraturnen für Begabte

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Mehr schwitzen dank Förderlektionen: Gossauer Sportlehrer können seit dem Sommer ihre Schülerinnen und Schüler gezielter unterrichten. (Bild: ky/Martin Ruetschi)

Die Schule Gossau bietet seit einem halben Jahr Förderlektionen für begabte Sportler an. Sie will so die regionalen Sportvereine unterstützen. Die erste Zwischenbilanz von Schulpräsident Urs Blaser fällt «grundsätzlich positiv» aus.

RAFAEL ROHNER

GOSSAU. Sport ist anstrengend und braucht Zeit. Und zwar nicht nur auf professioneller Ebene, sondern auch im halbprofessionellen Bereich. Die Schule Gossau will Vereinen, die in diesem Bereich arbeiten, Hand bieten und das Schulturnen auf der Oberstufe zielgerichteter gestalten. Das Konzept ist einfach: Statt den üblichen Turnunterricht mit der Klasse zu besuchen, bilden sportlich begabte Schülerinnen und Schüler eine separate Turnklasse. Zwei von drei Sportlektionen in der Woche sollen sie gemeinsam trainieren und von den Sportlehrern stärker gefordert werden. Die Idee ist ein polysportiver Unterricht, an welchem unter anderem die Beweglichkeit oder die Kondition der jungen Sportler verbessert werden. Für die Förderlektionen können sich all jene anmelden, die sportlich begabt und in einem Verein aktiv sind. Wer aufgenommen wird, entscheiden Sportlehrer und Vereine gemeinsam.

Kostenpunkt des gesamten Projekts: null Franken. Es sei nur eine Frage der Organisation, sagt Schulpräsident Urs Blaser.

Schule will Projekt fortsetzen

Eingeführt wurden die Förderlektionen erstmals im vergangenen Sommer. Die Gossauer Vereine haben 20 Oberstufenschüler gemeldet, die von den Lektionen profitieren sollen. Zwölf aus der Sekundarschule und acht aus der Realschule. Diese stufenübergreifende Durchmischung ist ein Punkt, den Urs Blaser besonders freut. Aber auch sonst zieht er nach dem ersten halben Jahr insgesamt eine positive Bilanz. «Wir wollen das Projekt auf das Schuljahr 2012/1013 fortsetzen», sagt er. Es gebe aber noch einige Punkte zu verbessern. Die Umsetzung müsse sich noch einpendeln. So laufe beispielsweise die Zusammenarbeit mit den Vereinen noch nicht ideal. In der Praxis habe sich zudem gezeigt, dass die Förderlektionen kein Ersatz für Trainingseinheiten in den jeweiligen Sportvereinen sein könnten. Die Lektionen müssten vielmehr als deren Ergänzung betrachtet werden.

Mehr Leistung herauskitzeln

Wie das im Turnunterricht im OZ Buechenwald konkret aussieht, erklärt Sportlehrer Olivier Bosshardt. Er und seine zwei Kollegen empfangen zur Doppellektion Sport jeweils rund 40 Schülerinnen und Schüler. Diese werden in drei Gruppen eingeteilt. In der leistungsstärksten seien Schüler, die sich für die Förderlektionen angemeldet hätten. Ergänzt mit weiteren guten Sportlern. Zu bedenken sei, dass auch diese Gruppe den Lehrplan einhalten müsse, sagt Bosshardt. Der Schulstoff könne aber schneller bewältigt werden und die Sportlehrer mehr Leistung aus den Schülern «herauskitzeln». Erfreulich sei die positive Dynamik, die sich jeweils in diesen Lektionen entwickle. Ebenso könne der Lehrer gezielter auf das Niveau in den leistungsschwächeren Gruppen eingehen. «Eine Win-win-Situation», bilanziert Bosshardt. Gleichzeitig warnt er aber vor zu hohen Erwartungen der Vereine an den Sportunterricht. Die Schule habe nicht dieselben technischen und personellen Ressourcen wie zum Beispiel einige Fussball- oder Handballvereine.





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