"Bockiger Moslem" wohnt nicht mehr in St.Margrethen

OSTSCHWEIZ ⋅ Streit um ein Kopftuch, Streit wegen des Schwimmunterrichts und Streit wegen der Teilnahme seines Kindes am Skilager: Als "bockiger Moslem" sorgte Emir Tahirovic für viel Ärger. Damit ist zumindest in St.Margrethen jetzt Schluss: Tahirovic ist umgezogen.
07. Dezember 2017, 11:06
"Emir Tahirovic ist nicht mehr bei uns", bestätigt Reto Friedauer, Gemeindepräsident von St.Margrethen, eine Anfrage von 20Minuten. Wohin er gezogen sei, wolle er aber nicht sagen. Wie das Newsportal weiter schreibt, soll sich Tahirovic nach Zürich aufgemacht haben. "Er hat mir gesagt, er wolle nach Zürich", wird ein Freund zitiert.
 

Wollte bereits wegziehen

Es ist nicht das erste Mal, dass der "bockige Moslem" St.Margrethen verlassen wollte. Bereits vor zwei Jahren sagte er: "Wir möchten so bald wie möglich von hier wegziehen." Der Wirbel um das Kopftuch, den Schwimmunterricht und das Skilager der Tochter hätten der Familie zugesetzt. Zum Rummel trug auch die Petition eines "Komitees für die Erhaltung des sozialen Friedens" bei: Diese fordert den St.Galler Regierungsrat auf, die Aufenthaltsbewilligung von Tahirovics Familie nicht zu verlängern oder ihr diese sogar zu entziehen.
 

Als "bockiger Moslem" bekannt geworden

"Der bockige Moslem": So lautete der Titel eines Porträts, welches unsere Zeitung Ende August 2015 über Emir Tahirovic veröffentlichte. Darin wurde die Geschichte des Kampfs des 40-jährigen Bosniers gegen die örtlichen Behörden nachgezeichnet. Tahirovics Familie lebte zumindest zu jenem Zeitpunkt von der Sozialhilfe und nach strengen Regeln. Für seine Tochter beispielsweise erstritt Tahirovic das Recht, mit dem Kopftuch zur Schule zu gehen, und er holte sie schnurstracks aus der Schule ab, wenn die Klasse spontan in die Badi gehen wollte. (tn)

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