Tagblatt Online, 25. Oktober 2011 01:04:20
An Scarione scheiden sich die Geister
Dem FC St. Gallen konnte es im vergangenen Februar mit der Verpflichtung von Ezequiel Oscar Scarione nicht schnell genug gehen. Der Verein bezahlte dem FC Thun angeblich 150 000 Franken, damit der argentinische Regisseur sofort und nicht erst im Sommer in die Ostschweiz wechseln durfte. St. Gallen war überzeugt, mit Scarione die Liga halten zu können. Ein Trugschluss. Der vermeintliche Heilsbringer tat sich schwer beim neuen Arbeitgeber. In 15 Super-League-Spielen erzielte er nur zwei Tore und nahm kaum Einfluss auf das Spiel. St. Gallen stieg ab. Zwischen 2006 und 2011 gelangen Scarione für den FC Thun in 101 Partien 38 Treffer. Eine respektable Quote für einen Mittelfeldregisseur.
Probleme mit Murat Yakin
In der vorletzten Saison erzielte der Südamerikaner 18 Tore und war damit massgeblich für Thuns überraschenden Aufstieg in die Super League verantwortlich. Trotzdem trennten sich die Berner Oberländer von ihrem ehemaligen Captain. Thuns damaliger Trainer Murat Yakin erachtete Scarione als undiszipliniert und zu leichtgewichtig für die oberste Schweizer Spielklasse. Auch beim FC Luzern stellte man Scariones Super-League-Tauglichkeit in Frage: 2009 bestritt er dort für die Zentralschweizer lediglich 14 Begegnungen, ein Tor gelang ihm nicht. Seit acht Monaten spielt Scarione für St. Gallen – und an ihm scheiden sich die Geister. Die einen halten ihn für eine brillante Nummer zehn, welche die Mannschaft in die Super League zurückführen wird. Die anderen sehen in ihm einen überschätzten Mittelfeldspieler, dem immer wieder haarsträubende Fehler unterlaufen und der vermehrt ein Ärgernis darstellt.
Als «polyvalent und torgefährlich» bezeichnete Uli Forte seinen ehemaligen Spieler einst. Recht hat er, was auch ein Blick auf die aktuelle Statistik beweist. Scarione erzielte in bislang zehn Meisterschaftsspielen sieben Treffer und liegt damit in der Torschützenliste der Challenge League auf Rang zwei. Auch dank der Effizienz des Argentiniers ist St. Gallen souveräner Leader.
Der Unverstandene?
Doch wer Scarione spielen sieht, wird den Eindruck nicht los, dass der 26-Jährige in der Ostschweiz noch immer nicht angekommen ist. Oft landen einfachste Zuspiele von ihm beim Gegner. Ruhende Bälle, meist vom Südamerikaner getreten, sind selten gefährlich. Dabei ist er technisch überaus versiert. Scarione vermittelt das Bild, seine Rolle im Team noch nicht gefunden und nach wie vor keine Bindung zu seinen Teamkollegen zu haben. Zwar gelingen ihm häufig Tore, doch Licht und Schatten wechseln bei ihm in bunter Reihenfolge. Einmal ist er derjenige, der ein Spiel entscheidet, ein anderes Mal derjenige, den das Publikum auspfeift und den der Fernsehkommentator wie zuletzt in der Cuppartie gegen Thun als «schlechtesten St. Galler Spieler» bezeichnet. Scarione, der Unverstandene? Andreas Werz
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Kommentare lesen
pms (25. Oktober 2011, 08:27)
wieso muss man immer schlechtes Suchen?
kein Spiel verloren, ein Unentschieden (sogar noch eines mit Pech). Was gibt es denn da zu reklamieren? Alleine die Tatsache, dass Scarione auf dem Feld steht, zwingt den Gegner schon zu einer Einstellung "gegen" den gefährlichen Scarione. Ähnlich wie im Handball, so scheint mir, erhält Scarione fast jedes Mal eine "Manndeckung", dies erlaubt dann dafür anderen guten Leuten im Mittelfeld sich zu entfalten!
Beitrag kommentierenvesche (31. Oktober 2011, 02:22)
Immer das Haar in der Suppe suchen
Diese Kolumme regt mich nur noch auf. Ständig wird das Negative gesucht und an allem und jedem herumgemäkelt. A. Werz hat irgend ein Problem mit dem FCSG und ganz sicher kein grün weisses Blut.
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