Tagblatt Online, 19. September 2009 19:52:25
Versteigerung der Oldtimer-Wracks lockt Tausende nach Kaufdorf
Eines der angebotenen Autos (Bild: Keystone)
Rund 3000 Personen aus dem In- und Ausland sind zur Versteigerung von über 800 Oldtimer-Wracks auf den Autofriedhof im bernischen Kaufdorf gepilgert. Der ausgabefreudigste Bieter zahlte knapp 20'000 Franken für einen Porsche aus den 1950er-Jahren.
Kaufdorf BE. Ein weiterer Höhepunkt war ein Mercedes von 1955, der für 17'000 Franken ersteigert wurde, wie Reinhard Schmidlin, Chef der "Oldtimer Galerie Toffen", auf Anfrage sagte. Seine Galerie war zuständig für die Auktion auf dem umstrittenen Autofriedhof in der Gemeinde zwischen Bern und Thun.
Fast zwei Drittel der über 800 Oldtimer haben neue Besitzer gefunden. Die übrigen Karossen werden verschrottet. Wieviel Geld die Versteigerung eingebracht hat, konnte Schmidlin nicht sagen.
Die Kautionssumme von 250'000 Franken, welche die Organisatoren der Auktion bei der Gemeinde als Barsicherheit hinterlegt haben, wurde jedoch deutlich übertroffen.
In der von grossem Medienrummel begleiteten Versteigerung spornte Auktionator Reto Breitenmoser die Anwesenden zum eifrigen Mitbieten an. "Meine Damen und Herren, Sie kaufen hier nicht einfach Autos, sondern Kult", sagte er. Das Mindestangebot für jeden Oldtimer betrug 50 Franken.
Abschied von seinen Autos nahm der Besitzer Franz Messerli. Er bedauerte, dass sein "Friedhof" nicht erhalten bleibt und wünschte sich "ein gutes Plätzchen" für möglichst viele Wracks. "Eigentlich hätten wir den Autofriedhof retten können, wenn jeder der Anwesenden 500 Franken in einen Topf gelegt hätte", sagte Messerli.
Der Besitzer des Autofriedhofs hatte zunächst versucht, im Internet die Wracks zusammen für eine gute Million Franken zu verkaufen. Ein Käufer fand sich zu diesem Preis aber nicht.
Hingegen meldeten sich hunderte Interessierte, die gerne einzelne Autos erwerben wollten.
Um den Autofriedhof im Gürbetal tobte seit mehreren Jahren ein Streit. Die Behörden verlangten vom Besitzer mehrfach vergeblich die Räumung, weil die Wracks auf unbefestigtem Gelände stehen und den Boden zu verseuchen drohen. (sda)
- Artikel empfehlen:










