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Tagblatt Online, 13. Oktober 2011 08:07:00

Ein Apfel für Micheline

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Micheline Calmy-Rey (Bild: ky)

ST.GALLEN. Bundespräsidentin Calmy-Rey macht auf dem heutigen Olma-Rundgang halt an der Sonderausstellung «100 Jahre Obstbau». Und sie tauft einen Apfel, eine Weltneuheit.

CHRISTOPH ZWEILI

Auf dem weitläufigen Olma-Gelände wird nirgends mehr «Aaaaah» und «Oooooh» gerufen als vor der «Pyramide», wie die jährliche Produkteschau im Olma-Jargon genannt wird. Freunde, Familien und Fremde: Das weithin sichtbare Fotosujet ist ein beliebter Treffpunkt.

Auch Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey soll laut Plan auf ihrem heutigen Rundgang hier Station machen, um eine bisher noch namenlose Apfelsorte – eine Weltneuheit – zu taufen. «Alles weitere ist geheim», sagt Rolf Künzler, Präsident der Olma-Produkteschau.

Dem Verein mit 29 Mitgliedern gehört auch Hans Oppliger an. Die beiden sind Lehrer am Landwirtschaftszentrum Salez – Künzler ist der Gemüse- und Beerenspezialist im Kanton St. Gallen schlechthin, Oppliger ist AOC-Fachmann und betreut die Fachstelle Bienenhaltung.

130 Obstsorten ausgestellt

15 bis 20 Jahre dauert es, bis eine neue Apfelsorte Erfolg am Markt hat. Zuvor wird bestäubt, ausgesät, geerntet, bewertet und getestet. 130 Obstsorten sind an der Sonderausstellung «100 Jahre Obstbau» zu sehen – 25 normale Konsumsorten, 84 alte und 21 ganz neue Sorten.

Ganzes Pflanzenbau-Spektrum

Einige tragen klingende Namen wie «Sally», «Calypso» oder «Lummerland», andere orientieren sich an vornehmen Geschlechtern wie «Roter Kardinal», «Kronprinz Rudolf» oder «Grossherzog Friedrich». Und wieder andere sind namenlos – mit der Bezeichnung «ACW 14995» ist zumindest die Herkunft klar, die sich auf die Forschungsanstalt Agroscope in Wädenswil bezieht. Den Anstoss zur Produkteschau hatte vor vielen Jahren die Eidgenössische Alkoholverwaltung gegeben. «Heute ist es eine Leistungsschau, die mit Gemüse, Kartoffeln, Obst- und Ackerbau fast das ganze Pflanzenbau-Spektrum abbildet», sagt Rolf Künzler. «Die Olma ist eine gute Plattform dafür. Und umgekehrt: Die Sonderausstellung steht für ein Landwirtschaftsprofil, das der Olma noch immer anhaftet.

 





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